Herrlicher Start in den Tag – rolle vom Campingplatz oberhalb des Strandes nach Fort Bragg und frühstücke entspannt.

Michael Holms „Auf der Straße nach Mendocino“ im Ohr bin ich dahin gefahren. Der Radgott wollte es so, dass ich Punkt 11 Uhr in einer Sportsbar gelandet bin und Frankreich vs. Belgien gucken konnte. Es ist schon interessant, der Laden war gerammelt voll – es gibt doch jede Menge Amis die Bock auf Soccer haben. Die Jungs bei mir am Tisch kannten die Regeln und auch die Spieler. Es wird anscheinend viel Premier League übers Jahr geguckt.

Entspanntes Radeln über die Rolling Hills bei bestem Wetter und weiterhin traumhafter Küste. Waren doch wieder 1000 hm am Ende.

In Point Arena habe ich mich spontan für den Wharf Masters Inn entschieden. Room with a view 👍

San Francisco ist jetzt wirklich nicht mehr weit – Samstag Mittag sollte ich über die Golden Gate Bridge ins Ziel rollen. 🚴🇺🇸🚴

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Starte ziemlich müde in meine letzte Radwoche, obwohl ich unter den riesigen Bäumen sehr gut geschlafen habe.

Seit Port Angeles bin ich jetzt 16 Tage am Stück gefahren, immer so um die 100 km und fast jeden Tag um die 1000 hm. Man wird halt nicht jünger 😂

Nach einem guten Capuccino und einem Panini war schnell auch die Kraft und die Lust wieder da.

Nach ca. 15 km an einem langen Berg hat mich eine Rennradgruppe eingeholt. Oben am Berg wurden sie aus einem Support-Van verpflegt – ich wurde beteiligt. Sie fahren Seattle – San Diego ohne Gepäck – ca. 120 km am Tag und Hotel.

Gegen Mittag ging es hinauf auf den höchsten Punkt auf der Pacific Coastal Bike Route – ungefähr auf 600 m – war gut zu fahren. Heftiger war die Abfahrt auf Null und ein kleiner Nachschlag auf 250 m.

Irgendwann bist du oben und da war ich nun auf dem berühmten Hwy. No. 1 der jetzt unmittelbar an der Küste entlang nach San Francisco führt.

Eigentlich habe ich gedacht nach den Redwood-Riesen kann nichts mehr kommen. Die Ausblicke auf diese kalifornische Küste sind im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend.

Einmal – weil es nur rauf und runter geht – zum anderen weil es sagenhaft schön ist – strahlendes Wetter vorausgesetzt.

Habe kurz mal mit einem Hotel geliebäugelt – mich aber kurz vor Fort Bragg für Camping entschieden.

War richtig – schöner Platz – kleines Abendessen am Strand und warten auf den Sonnenuntergang.

Fazit: Auch wenn du dich morgens mal Sch….. fühlst – es kann ein toller wenn auch anstrengender Tag werden.

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Es ist trüb und auch ein wenig feucht als ich mich auf den Weg mache.

Der Friedhof hier in Ferndale ist terrassenartig und die Grabsteine sind das Geschichtsbuch dieser viktorianischen Siedlung. Vom höchsten Punkt kann man den Ozean sehen – heute leider nicht.

Nach rund 30 km durch ruhiges Farmland komme ich an den Eingang zur „Avenue of the Giants“. Die nächsten fast 45 km fahre ich durch einen echten Märchenwald.

Obwohl Sonntag ist hält sich der Besucherstrom in engen Grenzen. Es ist herrlich ruhig und riecht -immer dann wenn die Sonne durchscheint – gigantisch gut.

Immer wieder halte ich an und fasse die Bäume an oder lege mich auf einen der riesigen Stämme und gucke in die Wipfel – oft 30 m und mehr über mir.

Incredible – was die Natur in aber hunderten von Jahren zustande bringen kann.

Heute steht Camping auf dem Plan und nach über 100 km stelle ich mein Zelt im State Park unter diesen gigantischen Bäumen auf.

Vorher war ich noch in Garberville beim Chinesen zum Abendessen. Jetzt noch ein bisschen „Papierkrieg“ und ab in den Schlafsack.

Heute Nachmittag konnten mein „Blauer Elephant“ und ich 25.000 gemeinsame Kilometer seit Juni 2012 auf dem Tachometer feiern.

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War ja klar – der Fernseher war Mist. Habe ich BBC im Radio gehört – was eine Wohltat britisches Englisch zu hören – nach zwei Monaten Ami-Slang.

Das Palm-Café neben dem Hotel war ganz ok – da habe ich mir ein ordentliches Frühstück reingezogen – hat alles ein bisschen gedauert – thank you Sir for your patience – aber gegen 10 Uhr war ich auf der Straße.

Es waren wieder grandiose Views – es wiederholt sich hinter jeder Ecke – du kannst auch nicht jede Bucht und jeden markanten Felsen bestaunen und fotografieren. Ich bin jetzt fast 1000 km Pazifikküste geradelt – das führt nicht nur körperlich auch visuell zu Ermüdungserscheinungen.

Einen der Tageshöhepunkte habe ich in Trinidad erlebt – da gab es doch tatsächlich richtig frisches Baguette.

Der zweite Höhepunkt war in Arcata, als mir die Jungs vom Bikeshop in 20 Minuten mein kaputtes Tretlager ausgetauscht haben.

Über Eureka – wäre fast an einem tollen Seafoodladen hängengeblieben – bin ich dann noch bis nach Ferndale gefahren. Etwas hinter der Küste – nettes Städtchen mit vielen schönen viktorianischen Häusern.

Im Victorian Inn (hat nichts mit der Aschaffenburger Viktoria zu tun) habe ich mich sehr nett einquartiert und lecker zu Abend gegessen.

Die nächsten drei Tage auf dem Weg nach Frisco ist wieder Camping angesagt.

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Mit dem Schlusspfiff von Frankreich gegen Uruguay (2:0) verlasse ich den Brookings Inn. Lasse noch kurz den Reifendruck beim Tyres-Shop nebenan überprüfen – und los gehts.

Nach kurzer Zeit liegt Oregon hinter mir – vergangenen Freitag bin ich über die Astoria-Megler Brücke in diesen Staat gekommen.

Anfangs empfängt mich Kalifornien etwas grau, im Verlaufe des Tages setzt sich die Sonne uneingeschränkt durch. Irgendwie gehen mir Songs, wie „It never rains in California“ oder „Hotel California“ im Kopf rum.

Es dauert nicht allzu lange und erstmals steht auf einem Schild das magische Ziel meiner Reise – San Francisco 347 (Meilen) – was ist das schon gemessen an den fast 4000 zurückgelegten Kilometern.

Es geht auf einer ruhigen Nebenstraße durch flaches Agrarland zügig nach Crescent City direkt an den Ozean.

Im lokalen Visitor Center wird meine Geduld maximal auf die Probe gestellt. Zwei liebenswerte alte Damen (meist Volunteers) brauchen eine geschlagene Viertelstunde um meinen Postkartenkauf von 2 $ in ihren Computer zu bringen.

Nach einem langen Climb auf der belebten 101 bin ich in das Wunderland der Redwood Trees gekommen. Ein Traum – diese riesigen uralten Bäume – später fahre ich bestimmt 1 1/2 Stunden auf dem Drury Scenic Hwy mit kaum Verkehr durch ein Heer von Baumriesen. Das ist mit Worten nicht zu beschreiben und auch mit Fotos nicht wirklich abzubilden.

Das muss man sehen, riechen und fühlen. Sich einfach mal für ein paar Minuten an so einen Riesen anlehnen. Da spürst du wie vergänglich wir „Menschlein“ im Vergleich mit der gigantischen Natur doch sind.

Am Ende des Tages bin ich in Orick gelandet, einem der bisher „traurigsten Orte“ auf meiner Tour. Lange Jahre war der Ort wohl ein intensiver Holzhandelsplatz – jetzt steht fast alles leer. Genauso traurig ist mein Quartier – das Palm Motel – ich habe große Zweifel, ob ich mit diesem Fernseher morgen Früh Fußball gucken kann.

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