ZUHAUSE

Heute habe ich quasi technisch die Tour abgeschlossen, mein Fahrrad maximal geputzt, Marion hat meine Wäsche (war nicht so viel) auf Vordermann gebracht und ich habe meine Packtaschen und sonstige Ausrüstung wieder “schrankfertig” gemacht.

Auf diesem Wege allen “virtuellen Begleitern” und Bloglesern ganz herzlichen Dank für die Wahnsinnsresonanz. Eigentlich hatte ich vor, so einmal die Woche mich via Internet zu äußern, die vielen positiven Rückmeldungen waren dann aber eine wirklich sehr schöne Verpflichtung und so hat der Blogeintrag zu meinen täglichen Ritualen unterwegs gehört.

Ich stehe natürlich gerne in den nächsten Tagen und Wochen persönlich oder telefonisch zur Verfügung um generelle Fragen oder Infos zu meiner Tour zu geben.

GOLDBACH km 4000

Kurz vor Seligenstadt kam mir Marion entgegen und wir lagen uns nach 6 Wochen wieder in den Armen. Einen dicken Eisbecher haben wir uns in Seligenstadt genehmigt, die drohenden Gewitterwolken verzogen sich wieder und wir radelten stramm nach Hause. Am Ortseingang Goldbach war absehbar, dass 2 bis 3 Kilometer auf die 4000 fehlen würden. Also kleine Schleife durch den Ort, alles steht noch wie vor 6 Wochen und mit einer runden Km-Zahl von 4000 in 40 Tagen vor die heimische Tür gerollt. Dort hatte Oliver Binz ein symbolisches Ziel präpariert und die Radtour ging würdig zu Ende.

FRANKFURT km 3938

Es ist ein tolles Gefühl wieder in heimische Bereiche zu kommen. Hier vom Eisernen Steg bin schon bis nach Hause gelaufen (als ich noch läuferisch fit war). Jetzt freue ich mich maximal auf meine Frau und auf zu Hause.

NIERSTEIN am Rhein km 3876

Mein letzter Stopp vor Goldbach. Ich sitze auf der Hotelterrasse direkt am Rhein und versuche zu verstehen, dass morgen nach 40 Tagen Zigeunerleben auf der Straße wieder “normales Leben” beginnt, ja nicht ganz weil mein selbstbestimmender Zeitfaktor sehr hoch bleibt, aber häusliche Ordnung kehrt wieder ein. Der Chef hier im Rheinhotel in Nierstein spricht zumindest schon mal wieder einigermassen heimische Sprache, habe ich jetzt lange nicht mehr gehört. Also morgen letzte Etappe und der Wettergott ist wieder auf meiner Seite.

MANNHEIM – Krankenbesuch km 3805

Auf direktem Wege von Gibraltar nach Mannheim ließ ich mir es nicht nehmen meinen Freund Manfred Claus nach seiner Hüftoperation zu besuchen. Das Erstaunen war groß als ich in seinem Krankenzimmer stand. Wir sind beide wohlauf und gucken gelassen in die Zukunft.

GERMERSHEIM am Rhein km 3760

Die Rheinauen am Morgen, toller Radweg, nur flach und kein Wind und kilometerlang unmittelbar am Fluß entlang. Das ist der berühmte Orgasmus für die Seele. Radfahren in Deutschland macht auch Spaß.

MAXIMILIANSAU km 3730

Deutschland hat mich wieder. Nach 38 Tagen und über 3700 km auf südwesteuropäischen Straßen aller Art musste ich vom Rheinufer hochfahren (wegen Hochwasser) und befand mich auf einer deutschen Straße. Gleich der erste Autofahrer gab mir durch agressives Hupen zu verstehen “du bist nur ein Radfahrer”. In den ganzen Wochen vorher wurde zwar auch mal gehupt, aber die Vorzeichen waren anders. Egal ich bin wieder in der Heimat und demnächst dann auch wieder in Goldbach. Jetzt habe ich erstmal Quartier bezogen, um das Spiel gegen Ghana in Ruhe zu sehen.

AM RHEIN km 3700

Bei Seltz erreiche ich den Rhein und denke jetzt rolle ich ganz locker mal nach Deutschland rüber, aber da hatte ich Pech, die Fähre ist derzeit eingestellt und eine neue Brücke ist im Bau. Also Frankreich lässt mich nicht los und ich werde halt erstmal auf dieser Seite bleiben. Ich glaube bei Wörth ist dann Deutschland erreicht.

SARREBOURG (Moselle) km 3599

Heute waren frisch gemähte Wiesen fast den ganzen Tag über meine Begleiter hier in Lothringen. Dieser Duft vermischt mit dem Geruch von Waldmeister macht einen fast high. Ich konnte auch nicht widerstehen und habe ein Nickerchen auf einer herrlichen Wiese gemacht. Gegen Abend wurde es kurzzeitig sehr stressig, da ich auf der N 4 fahren musste und es mir dann zu gefährlich mit den LKWs wurde. Ich bin ca. 20 km vor Sarrebourg einfach über einen Feldweg in die “Sicherheit” abgebogen. Der Lohn war dann ein Superradweg der mich die letzten Kilometer ins “Zentrum” brachte. Meine letzte Nacht in Frankreich verbringe ich im Hotel de France. Ja die “Grande Nation” ist nicht nur im Fußball auf den Hund gekommen, dieses Hotel passt da gut dazu.

VITTEL (Vosges) km 3459

Heute war ein guter Radtag, die Sonne war da, es war zwar kalt und sehr windig, aber trocken. Nach 10 km auf der Nationalstraße in Richtung Langres hatte ich die Tuchfühlung mit den LKWs satt und bin total aufs Land abgebogen, das hat mir zwar unendliche Auf- und Abfahrten hier am Rande der Vogesen beschert, aber die Radform stimmt mittlerweile, da schreckt mich nichts mehr. Zwischendurch hat mir mal ein Snickers das “Überleben” gesichert. Schließlich bin ich in Vittel gelandet, in einem herrlichen alten Jugendstilhotel, das sicher mal tolle Zeiten gesehen hat. Ich hoffe jetzt beim Abendessen, dass es zumindest diese eine Nacht noch stehen bleibt, die Risse in Decke und Wänden sind schon heftig. Das ganze Vittel ist ein bisschen “versifft”.