MRT 2023 – 23.05. – Di – Tag 12

Thomson IL – Davenport IA —> 88 km Gesamt: 718 km

Bin früh wach im Zelt – die Vögel wecken einen – einen besseren Wecker gibt es nicht.

Die morgendliche Routine beim Campen startet – Espresso machen – Einpacken – Rad fertig und Abfahrt.

Nach knapp 20 km auf dem beschriebenen Bike-Path passiere ich ein riesiges State Prison. Wenig später in Fulton finde ich einen super schönen Coffee-Shop. Zeit für das richtige Frühstück.

Es gibt eine exzellente WarmShowers-Möglichkeit in Davenport / Iowa – eine der QuadCities. Dustin und Judy laden mich ein. Prima 🙏

Das bedeutet unterwegs das Zelt zu trocknen, was bei Sonnenschein mit Ein- und Auspacken ca. 30 min benötigt. Dies tue ich auf einem großen Spielplatz in Albany / IL.

 

Meine Ruhepause mit kleinem Nickerchen findet unmittelbar am MR-Ufer statt – in Port Byron. Die „Gnats“ – kleine böse Mücken, die mich vorher ein wenig geärgert haben – waren auf einmal weg.

 

Super schön war, dass der Radweg tatsächlich viele Kilometer unmittelbar am Ufer des MR entlangführte. Das ist leider sehr oft nicht möglich – an manchen Tagen bleibt der Fluß unsichtbar.

Davenport erreiche ich über eine mächtige Brücke – die eine perfekte separate Radspur hat.

Kurz darauf treffe ich Dustin in seinem Printshop. Ich werde die Nacht hier schlafen, das hatte ich im WS-Profil der Beiden überlesen. Ist mal etwas Neues 😂😂

Ich kann meine Wäsche waschen – Dustin fährt mit mir eine große Stadtrunde – trinken ein Bier zusammen – ich esse einen slice einer sehr guten Pizza und dann bin ich allein im Printshop für heute Nacht.

 

MRT 2023 – 24.05. – Mi – Tag 13

Davenport IA – Burlington IA —> 130 km Gesamt: 848 km

Die Nacht im Printshop war schon ein bisschen merkwürdig. Ich war nicht böse als es hell wurde – schnell eingepackt. Der Coffee-Shop um die Ecke öffnet um 5:30 Uhr – kurz vor 6:00 Uhr war ich da.

Ein Stück meiner Route direkt am MR war nicht passierbar – Schlamm vom Hochwasser. Musste auf den Highway ausweichen – war okay – ging ca. 3 km an einer riesigen Zementfabrik entlang – da war alles sehr grau und staubig.

Kurze Zeit später treffe ich Lindy – sie ist Engländerin und seit 5 Wochen unterwegs. Sie fährt den MRT von Süd nach Nord – also von New Orleans zum Lake Itasca. Wir tauschen uns kurz aus und freuen uns über die Begegnung.

In Muscatine gehe ich was Essen, bestelle aber etwas ungenießbares – begnüge mich mit Salat und einigen „fries“.

Viel mehr gibt es heute nicht zu berichten – es liegen rund 80 km noch vor mir und ich lasse es richtig rollen.

Entspannte Pausen im Freien sind bei den Myriaden von „gnats“ nicht wirklich möglich.

Umso mehr freue ich mich über das Headquarter des Louisa Parks, angenehm kühl und die netten Officer laden mich zu Kaffee und Wasser ein.

Gegen 18 Uhr bin ich in Burlington – es geht steil auf einen Bluff hinauf – Einkehrschwung ins Squirrel Nest – ein nettes B&B – für heute reichts.

Gönne mir ein Abendessen in einem „Fancy Restaurant“ im 4. Stock mit Blick auf die große Brücke über den MR.

Das erste Glas Wein seit ich in den Staaten bin – habe ich mir erarbeitet.

MRT 2023 – 25.05 – Do – Tag 14

Burlington IA – Keokuk IA —> 93 km Gesamt: 941 km

Im Squirrell‘s Nest gab es ein tolles Frühstück – mit am Tisch noch ein Pärchen aus Davenport – die zum Golfspielen nach Burlington kommen.

Nach angeregter und lustiger Unterhaltung mache ich mich gegen 9 Uhr auf den Weg.

Witzig ist wieviele deutsche Namen hier auftauchen. Meine Gastgeber im B&B heißen Metzger.

Es ist angenehm kühl heute und der Wind schiebt mich flott voran. In Fort Madison fahre ich erneut an einem riesigen Staatsgefängnis vorbei – ehe ich im historischen DownTown einen sehr leckeren Kaffee trinke.

Fort Madison hat einen Bahnhof und ist eine Haltestelle für den Southwest Chief von Chicago nach Los Angeles, der hier den MR überquert. Er kam gerade an als ich am Bahnhof vorbeifuhr.

Die Vorbereitungen für das lange Memorial-Day Wochenende laufen auf Hochtouren

Wieder einmal schickt mich Komoot über eine 10km lange Staubpiste – der Lohn war eine Stunde eine asphaltierte Uferstraße bis nach Keokuk – nur die Bahngeleise trennen mich vom Fluß.

Heute ist Camping angesagt – kostet mich einen 10 km Zusatzweg zum Hickory Haven CG. Ist es alle Mal wert – John der Owner mäht mir sogar schnell noch den Grund. Ist ein schöner Platz – Dusche sehr gut – klar die Mücken sind da – die gehören einfach dazu.

Freue mich auf eine schöne Nacht im Zelt. Heute bin ich 14 Tage „on the road“ mit dem einen Ruhetag bei Liesa und Matt in East Dubuque.

Langsam beschäftige ich mich mit meiner Ankunft in St. Louis – solche Riesenstädte bedürfen einer exakten Anfahrtsplanung. Könnte evtl. am Sonntag ankommen – Montag ist Memorial Day.

MRT 2023 – 26.05. – Fr – Tag 15

Keokuk IA – Hannibal MO —> 116 km Gesamt: 1057 km

Der Campground Hickory Haven war sehr ruhig und gemütlich. Lediglich ein großer Frosch hat die ganze Nacht im nahegelegenen Teich keine Ruhe gegeben.

Wieder gute 15 km nach Keokuk zurück geradelt – bisschen Irrfahrt bis ich ein offenes Café gefunden habe.

Auf einer separaten Bikespur überquere ich den MR und bin wieder in Illinois. Hinter Warsaw tauche ich in eine völlig neue Landschaftsform auf dieser Tour ein.

Fast 60 km geht es mehr oder weniger geradeaus durch weites Farmland östlich des MR. Sojabohnen und Mais werden hier überwiegend angebaut.

Der Wind schiebt mich heute nicht – kommt eher schräg von der Seite – leicht bremsend.

Irgendwo im „Niemandsland“ mache ich die ersten 1000 Kilometer voll – seit Minneapolis.

In Quincy – nach rund 75 km bin ich ziemlich leer gefahren und brauche dringend eine Mittagspause. Cooler Laden – komplett leer – habe schönen Platz auf der Veranda.

Die nächsten 20 km sind miserabel zu fahren – enge Straße – viel Verkehr – bergauf und Gegenwind. Irgendwann überquere ich die Brücke nach Missouri und bin in Hannibal, dem Ort wo Mark Twain seine Kindheit verbracht hat. Mein fünfter US-Staat auf der Tour.

Habe mir ein Hotel gebucht – aber nicht wirklich aufgepasst – es liegt fünf Meilen außerhalb und auf der Höhe. So dass es am Ende rund 116 km werden und nochmal 150 hm extra.

Die Jungs im Hotel erklären mir, dass mein Fahrrad vor dem Haus abgestellt werden muss. Da bin ich natürlich „not amused“. Nach längerer Diskussion nehme ich es mit in mein Zimmer.

Wäre gerne zum Abend nach Downtown gefahren um irgendwo am Fluss zu essen. Bekomme keinen UBER und normale Taxis existieren nicht oder gehen garnicht ans Telefon.

Okay – dann Plan B – gucke ich mir das „historische Viertel“ eben morgen früh an – muss ja sowieso wieder über die Brücke zurück.

MRT 2023 – 27.05. – Sa – Tag 16

Hannibal MO – Kampsville IL —> 106 km Gesamt: 1163 km

Das Zimmer im Quality Inn war sehr gut – das Frühstück grausam. Bin gegen 7 Uhr nach Hanibal hinuntergefahren – allerdings mit einem 50hm Zwischenaufstieg.

Im Ort habe ich mir die einschlägigen Mark Twain-Objekte angeguckt. Der ganze Ort war sehr aktiv – es wurde fürs Wochenende ein Farmers Market aufgebaut. War ein wenig Wild-West-Atmosphäre.

 

Habe mir ein gutes Frühstück gegönnt und bin über die große MR-Brücke auf dem Highway wieder zurück nach Illinois.

Die nächsten 50km ging es moderat auf und ab durch gleichförmiges Agrarland. Leider habe ich heute Gegenwind – muss mir die Kilometer ziemlich erkämpfen.

 

Über Bayern 1 habe ich mir die Schlussphase der Bundesliga angehört – am Rande einer Farm in Rockport/IL.

Gegen Spätnachmittags stoppe ich einer Bar und frage die Leute nach Übernachtungsmöglichkeiten auf meinem Track. Sie empfehlen mir dringlich meine Route zu ändern.

Ich folge dem Rat – fahre 15 km über einen Berg nach Kampsville und entscheide mich dort weitere 15 Kilometer nach Süden zum Ort Hardin zu fahren.

Wie so oft passiert dann was Unerwartetes – ich sehe ein Schild der McCully Heritage Project folge dem Abzweig und bin nach ca. 1 km auf einem CG mitten im Wald.

Treffe dort John mit seinem Sohn Noah und dem Labrador „Tucker“, die mich einladen mein Zelt in ihre Nähe zu stellen. Ich werde zu Bier und Bratwurst eingeladen – am Lagerfeuer.

 

Die Moskitos sind mehr als aggressiv und es gibt leider keine „Reception“, d.h. der Blogbeitrag erscheint verspätet.