Es wurde ein langer Radtag, mein erster Tag in den Yukon Territories auf dem Bike.

Die Landschaft hier ist sagenhaft Grün – ein unglaublich frisches Grün und nicht so rauh, wie ich Alaska erlebt habe.

Gegen Mittag, ziemlich genau auf dem höchsten Punkt des Tages bin ich in einen heftigen Hagelschauer geraten, binnen weniger Minuten war die Straße voller Eiskörner.

Das gute hier auf dem kanadischen Highway ist, dass die Kilometrierung wieder metrisch ist, d.h. keine Meilen mehr. Das motiviert zusätzlich, da die Schilder einfach schneller kommen.

Mein Wasser ging langsam zu Ende, und nach über 40 km gar nichts, kam unmittelbar am McQuesten River ein Hof in Sicht. Zwei freilaufende Hunde hielten mich jedoch vom Hineinfahren ab. Die Eigentümerin ermunterte mich zum Betreten und wir kamen schnell ins Gespräch. Susi stammt aus Irland und ist im Dezember aus Alberta mit ihrer Familie hierher gekommen.

Es war ein Glückstreffer, ich durfte mein Zelt aufstellen, leckere Spare Ribs vom Grill und Bier gab es auch noch dazu.

Gutgelaunt und ziemlich müde kroch ich in mein Zelt – mit den Hunden auf der sicheren Seite, was Bärenkontakt betrifft.

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Ein letztes Frühstück mit J.R. und er macht sich auf den Heimweg nach Anchorage. Many thanks again my friend 🇺🇸👍.

Ich mache mich zuallererst an mein Fahrrad um den Matsch von gestern zu beseitigen. Nach einer guten Pflegestunde ist es wieder einsatzbereit für den Klondike-Highway morgen.

Per Audio-Guide besuche ich die historischen Plätze des Städtchens. Sehr nett gemacht – verschafft mir ein bisschen Gefühl für die Zeit vor 120 Jahren. Im Moment ist es touristisch noch eher ruhig, leider fahren die Boote auch erst nächste Woche. Wäre gerne mal auf dem Yukon River geschippert.

Die Mündung des Klondike Rivers in den Yukon ist grandios. Anschließend sehe ich mir noch das Jack London Museum und plaudere eine Weile mit der Lady, die seit 41 Jahren in Dawson City lebt.

Ein leckeres Abendessen uns später noch ein Absacker in „Diamond Tooth Gerties“ bevor es morgen früh wieder auf die Piste geht. 🚲🇨🇦

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Perfekter Start in den Tag – mit Ausnahme des letzten Schluckes Rum vom Vorabend.

Ich fahre in atemberaubender Landschaft bei herrlichem Sonnenschein durch diese Goldgräberwelt. J.R. kommt nach 30 Kilometer mit dem Auto vorbei. Die Straße ist eine Naturpiste, mit dem Rad sehr gut zu befahren.

Später kommt mir J.R. mit dem Rad entgegen und wir biken gemeinsam einen ca. 9 km langen Aufstieg. Hinter uns braut sich das pure Grauen zusammen und wir erreichen J.R.s Auto wenige Minuten bevor ein Höllengewitter losbricht.

Kurz vor der Grenze nach Kanada ist klar, ich fahre keinen Meter mehr bei diesen Bedingungen. Die Entscheidung war mehr als richtig, der „Top of the world Highway“ ist in vielen Teilen noch schnee- und eisbedeckt.

Wir fahren in einer Mischung aus Schnee und Regen die rund 65 km nach Dawson City. Überqueren den Yukon River mit der Fähre im strömenden Regen und suchen uns eine Bleibe in einem der lokalen Hotels.

Nach einem gemütlichen Abendessen besuchen wir „Diamond Tooth Gerties“ – eine Mischung aus Saloon, Spielcasino und Revuetheater.

Morgen bleibe ich hier in Dawson City, pflege mein Fahrrad, besuche das Jack London Museum und faulenze ein wenig.

Samstag geht es dann – bei hoffentlich gutem Radwetter auf dem Klondike Loop weiter.

J.R. fährt morgen zurück nach Anchorage – ohne ihn hätte ich ziemlich ernsthafte Probleme in den letzten Tagen bekommen. 1000 Dank mein Freund 👍

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Regen pur – die ganze Nacht und heute morgen ebenso.

Ich entscheide mich gegen 7:30 Uhr loszufahren. Das meiste Gepäck lasse ich bei J.R. im Auto. Nach ca. 12 Meilen kommt der Abzweig vom Alaska Highway zum Taylor Highway über Chicken und die kanadische Grenze nach Dawson City. Rund 160 Meilen und einige 1000 hm durch eine wilde und einsame Gegend. So kurz nach dem Winter ist auch immer mit schlechtem Straßenbelag zu rechnen.

Ohne J.R. als „Support“ wäre ich spätestens an diesem Abzweig wetterbedingt umgedreht und hätte den Tag in Tok verbracht.

Mit der Hoffnung dass der Regen weniger werden würde oder gar ganz aufhören könnte, bin ich erstmal auf diese Route gestartet.

Tok liegt ungefähr auf 500 m Höhe, ab 700 m begann der Regen langsam in Schnee überzugehen und ab 800 m schneite es dicke Flocken bei entsprechender Temperatur.

Innerhalb weniger Kilometer, begünstigt durch den Wind beim bergab fahren war ich klatschnass und eisgekühlt.

J.R. passierte mich erstmals bei km 40 und wir diskutierten kurz den Sinn oder Unsinn der Aktion. Ich entschied mich auf jeden Fall bis km 50 zu fahren. Der Schneefall wurde immer dichter und blieb mittlerweile auch auf der Straße liegen, so daß ich bei km 50 – mit ca. 75 km noch vor mir – die Entscheidung traf in den warmen Volvo zu steigen.

Ohne Begleitung wäre diese Option sicher nicht möglich, aber ich wäre auch nicht bei 90 % Regenwahrscheinlichkeit in die „Walachei“ gestartet.

Eine Autostunde später haben wir Chicken erreicht, rund 30 Personen leben hier im Sommer, im Winter weniger als zehn.

J.R. organisiert uns zwei Schlafplätze in einer Cabin und ich versuche erstmal wieder warm zu werden.

Auf einem Spaziergang erkunden wir ein bisschen die alten Goldgräberstationen.

Wir treffen Stacy eine coole Lady aus Texas, sie ist seit zwei Monaten mit einem Pick-Up auf einem Roadtrip unterwegs.

Wir verbringen einen interessanten Abend mit einer Flasche Rum auf der Veranda unseres Hauses.

Morgen scheint das Wetter wieder bikefreundlicher zu sein. In 65 km erreichen wir Kanada. Ich bin sehr dankbar, das J.R. als Support zur Verfügung steht.

Ohne ihn wäre ich heute ganz schön in Not gekommen.

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Aktuell bin ich in Tok – einer wichtigen Junction in Alaska. Hier geht es weiter südlich nach Kanada und östlich wieder nach Anchorage. Kurz hinter Tok zweigt der Taylor Highway ab, auf welchem ich in Richtung Chicken – kanadische Grenze und später nach Dawson City am Yukon fahren werde.

Im Fast Eddy’s Restaurant“ bin ich mit J.R. verabredet, der mich nach Dawson begleiten wird.

Wir haben uns entschieden heute hier zu bleiben, da es bis Chicken rund 125 km sind mit etwa 1600 hm, das gibt morgen eine knackige Tagestour.

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