Endlich wieder Radfahren – in El Paso und in San Antonio bin ich ein paar Runden gefahren – aber heute ging es weiter, das Gefühl ist anders, wenn alles auf das Rad gepackt ist.

Gemütlich aus dem Großraum San Antonio hinaus gerollt und für ca. 10 km auf einem wunderbaren Bike-Path durch eine grüne Landschaft gelandet.

Voller Kontrast zu den vielen Wüstenkilometern – herrlich.

Immer wenn man sich zu früh freut, kommt ein „Gegenangebot„. Plötzlich war ich auf einer hochfrequentierten Straße – mit Baustelle und ohne Schulter. War nicht ganz ohne, der Verkehr in Texas ist anders als in dem Remote-Areas der letzten Wochen.

Irgendwann war ich durch und wieder auf einer guten Nebenstraße – leider entlang einer riesigen Zementfabrik – mit viel Staub.

New Braunfels wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von hessischen Auswanderern am Guadalupe River gegründet. Viele deutsche Namen und Kirchen zeugen noch heute von dieser Vergangenheit.

Genau am Guadalupe River zelte ich diese Nacht auf einem einfachen Campground – exzellente Dusche.

Zu Fuß ist es 10 Minuten zur Main-Street – nettes Städtchen mit guter gastronomischer Infrastruktur.

Jetzt in einer chicen Roof-Top-Bar – genehmige mir ein Gläschen Wein.

Ein Radtag wie ich ihn mir wünsche – zum Ende meiner Tour. Morgen noch eine Runde durch das schöne texanische Hill-Country und Freitag Ankunft bei der Familie ❤️🙏

View out of my tent

Cooler Platz am Guadalupe River – leider höllisch laut. Über die eiserne Brücke donnerten gefühlt die ganze Nacht schwere Cargo-Züge.

New Braunfels hat auch am Morgen Charme – eine ganze Reihe Cafés boten ihre Dienste an – ich konnte draußen sitzen und den letzten längeren Radtag in Ruhe angehen.

In ganz Texas berühmt ist das Wurstfest in New Braunfels – die Werbung läuft schon jetzt.

Im Hill-Country angekommen – war klar – heute gehts nochmal mächtig rauf und runter – am Ende waren es 700 hm mit zwei steilen „Schieberampen“.

Im Unterschied zu den langen Strecken in den Wüsten Arizonas und New Mexicos gibt es hier alle paar Meilen verlockende Einkehrangebote – mit zunehmender Tageshitze – in der Spitze 35 Grad Celsius – habe ich diese sehr gerne angenommen.

Die letzten 10 Meilen bis Wimberley waren landschaftlich total schön – eine ruhige Nebenstraße – entlang toller Ranches – gesäumt mit Texas-Eichen.

In Wimberley waren wir bei unseren Besuchen in 2024 einige Male – es ist ein nettes Städtchen am Blanco River gelegen.

Von hier aus sind es noch 20 Meilen morgen zu unserem Sohn und seiner Frau Sofía und unserem Enkelsohn Sol.

Ich freue mich die Finish-Line bei meiner Familie zu erreichen.

Es sieht ein bisschen nach Regen aus als ich meine Cabin in Wimberley verlasse.

Nochmal meinen Tourstandard zum Frühstück – Wimberley Café ist ganz oben auf der Tourliste anzusiedeln.

Gute 400 Höhenmeter durch das Hill Country stehen an – treffe meinen Sohn Julian in einem Café nahebei.

Die letzten Kilometer fahren wir zusammen vor die Haustür.

Vielen Dank an alle die mich virtuell begleitet haben, mir macht es Spaß meine Touren auf diesem Wege zu dokumentieren und zu wissen, es gibt Freunde und Interessierte die ebenfalls Spaß daran haben.

Jetzt ist Familienzeit – Ende März fliegen wir nach Hause.

Diese weisen Sätze habe ich irgendwo unterwegs gelesen und sollen den Southern Tier abschließen.

„Why do you go away? So that you can come back? It’s so that you can see the place you came from with new eyes and extra colors. And the people there see you differently, too. Coming back to where you started is not the same as never leaving.” 

5 Länder-Sommer-Tour 2024

Am 10.8. starte ich einen relativ spontanen Trip in Brno / CZ, der mich durch fünf bis sechs Länder führen soll. Ich habe maximal 15 Tage Zeit, dann will ich wieder in Goldbach sein

Orientiert am Eurovelo 9 geht es in grober Richtung nach Süden – Slowakei – Österreich – Ungarn – Slowenien – Kroatien – Italien und evtl. vorher noch ein Abstecher nach Serbien – mal sehen „wo der Wind mich hintreibt“.

Aktuell sortiere ich gerade mein Equipment – nachdem ich seit meiner Rückkehr im Juni 2023 vom Mississippi keine längere Tour mehr gefahren bin – erfordert das meine ganze Aufmerksamkeit. Der „Blaue Elefant“ ist einsatzbereit, auch wenn das in USA  getauschte Hinterrad und der Reifen nicht ganz meinem üblichen Standard entspricht. Für gute zwei Wochen in Europa sollte das auf jeden Fall funktionieren.

 

10.08.2024 – Anreise

Gegen 17 Uhr geht mein Zug über Dresden / Prag nach Brünn. Dort startet morgen früh meine Sommer-Tour.

Der „Blaue Elefant“ steht bestens vorbereitet in der Garage.

Next step – Frankfurt —> Dresden