Es ist trüb und auch ein wenig feucht als ich mich auf den Weg mache.

Der Friedhof hier in Ferndale ist terrassenartig und die Grabsteine sind das Geschichtsbuch dieser viktorianischen Siedlung. Vom höchsten Punkt kann man den Ozean sehen – heute leider nicht.

Nach rund 30 km durch ruhiges Farmland komme ich an den Eingang zur „Avenue of the Giants“. Die nächsten fast 45 km fahre ich durch einen echten Märchenwald.

Obwohl Sonntag ist hält sich der Besucherstrom in engen Grenzen. Es ist herrlich ruhig und riecht -immer dann wenn die Sonne durchscheint – gigantisch gut.

Immer wieder halte ich an und fasse die Bäume an oder lege mich auf einen der riesigen Stämme und gucke in die Wipfel – oft 30 m und mehr über mir.

Incredible – was die Natur in aber hunderten von Jahren zustande bringen kann.

Heute steht Camping auf dem Plan und nach über 100 km stelle ich mein Zelt im State Park unter diesen gigantischen Bäumen auf.

Vorher war ich noch in Garberville beim Chinesen zum Abendessen. Jetzt noch ein bisschen „Papierkrieg“ und ab in den Schlafsack.

Heute Nachmittag konnten mein „Blauer Elephant“ und ich 25.000 gemeinsame Kilometer seit Juni 2012 auf dem Tachometer feiern.

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War ja klar – der Fernseher war Mist. Habe ich BBC im Radio gehört – was eine Wohltat britisches Englisch zu hören – nach zwei Monaten Ami-Slang.

Das Palm-Café neben dem Hotel war ganz ok – da habe ich mir ein ordentliches Frühstück reingezogen – hat alles ein bisschen gedauert – thank you Sir for your patience – aber gegen 10 Uhr war ich auf der Straße.

Es waren wieder grandiose Views – es wiederholt sich hinter jeder Ecke – du kannst auch nicht jede Bucht und jeden markanten Felsen bestaunen und fotografieren. Ich bin jetzt fast 1000 km Pazifikküste geradelt – das führt nicht nur körperlich auch visuell zu Ermüdungserscheinungen.

Einen der Tageshöhepunkte habe ich in Trinidad erlebt – da gab es doch tatsächlich richtig frisches Baguette.

Der zweite Höhepunkt war in Arcata, als mir die Jungs vom Bikeshop in 20 Minuten mein kaputtes Tretlager ausgetauscht haben.

Über Eureka – wäre fast an einem tollen Seafoodladen hängengeblieben – bin ich dann noch bis nach Ferndale gefahren. Etwas hinter der Küste – nettes Städtchen mit vielen schönen viktorianischen Häusern.

Im Victorian Inn (hat nichts mit der Aschaffenburger Viktoria zu tun) habe ich mich sehr nett einquartiert und lecker zu Abend gegessen.

Die nächsten drei Tage auf dem Weg nach Frisco ist wieder Camping angesagt.

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Mit dem Schlusspfiff von Frankreich gegen Uruguay (2:0) verlasse ich den Brookings Inn. Lasse noch kurz den Reifendruck beim Tyres-Shop nebenan überprüfen – und los gehts.

Nach kurzer Zeit liegt Oregon hinter mir – vergangenen Freitag bin ich über die Astoria-Megler Brücke in diesen Staat gekommen.

Anfangs empfängt mich Kalifornien etwas grau, im Verlaufe des Tages setzt sich die Sonne uneingeschränkt durch. Irgendwie gehen mir Songs, wie „It never rains in California“ oder „Hotel California“ im Kopf rum.

Es dauert nicht allzu lange und erstmals steht auf einem Schild das magische Ziel meiner Reise – San Francisco 347 (Meilen) – was ist das schon gemessen an den fast 4000 zurückgelegten Kilometern.

Es geht auf einer ruhigen Nebenstraße durch flaches Agrarland zügig nach Crescent City direkt an den Ozean.

Im lokalen Visitor Center wird meine Geduld maximal auf die Probe gestellt. Zwei liebenswerte alte Damen (meist Volunteers) brauchen eine geschlagene Viertelstunde um meinen Postkartenkauf von 2 $ in ihren Computer zu bringen.

Nach einem langen Climb auf der belebten 101 bin ich in das Wunderland der Redwood Trees gekommen. Ein Traum – diese riesigen uralten Bäume – später fahre ich bestimmt 1 1/2 Stunden auf dem Drury Scenic Hwy mit kaum Verkehr durch ein Heer von Baumriesen. Das ist mit Worten nicht zu beschreiben und auch mit Fotos nicht wirklich abzubilden.

Das muss man sehen, riechen und fühlen. Sich einfach mal für ein paar Minuten an so einen Riesen anlehnen. Da spürst du wie vergänglich wir „Menschlein“ im Vergleich mit der gigantischen Natur doch sind.

Am Ende des Tages bin ich in Orick gelandet, einem der bisher „traurigsten Orte“ auf meiner Tour. Lange Jahre war der Ort wohl ein intensiver Holzhandelsplatz – jetzt steht fast alles leer. Genauso traurig ist mein Quartier – das Palm Motel – ich habe große Zweifel, ob ich mit diesem Fernseher morgen Früh Fußball gucken kann.

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Starte wieder sehr früh. Es geht unmittelbar vom Campground durch eine Art Canyon um den Mount Humbug herum.

Super schön – später wird es etwas steiler und oben angekommen liegt die Südküste Oregons im strahlenden Sonnenschein.

Ich kann mich garnicht satt sehen. In kurzem Abstand kommen zwei „ältere Herren“ aus Vancouver und ein Pärchen aus Michgan am gleichen Punkt an. Der Standard- Smalltalk – woher/wohin !? Beide sind noch nicht solange unterwegs – Ziel ist San Diego.

Bei der Mittagsrast in Gold Beach treffen wir uns wieder.

Anschließend geht es ca. 3 km bergauf und ich merke, dass ich irgendwie müde bin.

Gönne mir später ein Mittagsschläfchen um wie geplant am Nachmittag in Brookings in einem Motel einzuchecken. Super Fernseher für das Frankreich/Uruguay-Match morgen um 7 Uhr.

Neben meinem dicken Auge macht mir meine linke Kurbel am Rad etwas Sorgen, wird irgendwie locker. Dafür habe ich kein Werkzeug dabei. Muss das morgen mal in einem Bike-Store checken lassen.

5 Meilen hinter Brookings beginnt Kalifornien – sehr grob sind es dann noch etwa 700 km bis San Francisco.

Vorhin war ich super lecker beim Thai essen, langsam aber sicher geht mir das „Ami-Essen“ auf den Senkel.

Freue mich schon jetzt auf ein Hench-Brot mit Butter 👍

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Amerikanischer Unabhängigkeitstag und mein 50. Reisetag treffen heute zusammen.

So wirklich viel habe ich nicht wahrgenommen. Viele Autos haben Fahnen und an den meisten Häusern ist geflaggt.

Nach 35 km ungefähr war ich da, wo ich gestern eigentlich hinwollte. War ein bisschen Plackerei früh am Morgen über einige Rampen. Es blieb trocken war aber sehr zugezogen.

In Bandon by the Sea hatte ich ein bisschen „Vierter Juli-Erlebnis“. Es waren ganz viele Familien unterwegs, die Kinder meist ein wenig verkleidet und die Erwachsenen hatten alle irgendein amerikanisches Symbol an der Kleidung. Die Cafés und Restaurants waren knacke voll. Habe mich durchgekämpft und ordentlich gefrühstückt.

Anschließend ging es auf der 101 wieder stramm nach Süden. Der Verkehr war deutlich reduziert – kaum Trucks.

Der heftige Tailwind der letzten Tage blieb heute aus und kam eher schräg von vorne.

In Port Orford war ich wieder unmittelbar an der Küste und trotz der fehlenden Sonne wurde es richtig schön.

Im Supermarkt ein bisschen Abendessen und kleines Frühstück eingekauft – heute ist mein dritter Campingtag in Folge.

Jetzt am Abend auf der schönen Humbug Campsite ist es eher wieder sonniger geworden. Auch hier ist keine Partystimmung oder Feuerwerk. Die Campgrounds sind alle ausgebucht – es sind Sommerferien und viele ziehen mit Sack und Pack zum Camping an die Küste. Es funktioniert echt nur mit dem Rad oder als Wanderer unangemeldet zu kommen. Die speziellen Hiker/Biker Areas sind meist gut ausreichend.

Morgen gehe ich meine letzten 10 Radtage dieser Tour an und werde evtl. schon von Oregon nach Kalifornien wechseln.

Die nächsten zwei Tage denke ich eher an Hotels, die beiden Viertelfinalspiele am Freitag und Samstag um 7:00 a.m. bieten sich an.

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