Category: 2010 EUROPATOUR


FÄHRHELFER

Ohne ihn stünde ich wohl immer noch am Aveiro und würde auf die Fähre warten. Also kurz wie folgt: Kämpfe mich zu dem nicht leicht zu findenden kleinen Anleger durch. Bin um 15:30 Uhr dort und happy 16:00 Uhr geht die Fähre (bis Porto dann noch rund 70 km). Ich wundere mich, dass ich der einzige bin. Tausend Aushänge die für mich keine Erklärung geben. Dieser hilfsbereite Portugiese konnte nicht nur Englisch sondern er sah mir wohl auch das Problem an. Des Rätsels Lösung, wegen eines Triathlons am anderen Ufer des Aveiro ging die regelmäßige Fähre nicht und einige Ersatzboote gingen noch mehr versteckt von einem anderen Anleger ab. Um 17:30 Uhr war ich dann drüben.

FIGUEIRA DA FOZ Km 1191

Nach der herrlichen Mittagspause bin ich dann wieder etwas geradelt, durch Wald und Flur hinter den Dünen. Hier sind im Sommer bestimmt viele Portugiesen, die Strände sind unendlich und das Meer ist super schön. Aber für Ferien bräuchte ich etwas mehr Infrastruktur. In Figueira do Foz habe ich es dann gut sein lassen für heute und auf einem fast menschenleeren aber schön gelegenen Campingplatz mein Zelt aufgestellt. Morgen geht es nach Porto, da denke ich im Moment zwei Tage zu bleiben.

Das Meer hat mich wieder. Es ist traumhaftes Wetter und ich sitze in einem schnuckeligen Restaurant (bin allerdings der einzige Gast) und werde maximal kulinarisch verwoehnt. Der Wirt kuemmert sich mich als ob ich vier Wochen mit Vollpension gebucht haette. So jetzt kommt mein Fisch. Ganz ehrlich, so in etwa hatte ich mir das vorgestellt. Allerdings ist das nicht meine Endposition für heute. Ein bisschen Radeln ist noch angesagt. Es ist erst kurz nach zwei hier am westlichen Rand Europas und auch sehr lange hell. Ich will heute irgendwo am Meer zelten und wenn alles klappt koennte ich morgen Abend in Porto sein, da werde ich ggf. zwei Tage bleiben. Mensch und Material brauchen mal eine Generalüberholung

Irgendwie hatte ich heute kein rechtes Ziel und dann ist Fátima draus geworden, war doch gerade erst vor 14 Tagen der Papst hier (heißt übrigens Bento XVI. in Portugal). Zuerst hatte ich allerdings erstmal mit den Straßenbelägen in Portugal zu kämpfen. Mein einziger vollständiger Satz auf portugiesisch heißt: „povimento em mau estado“. Ratet mal was das heißt ? Ich werde mich nie wieder über den Belag in der Ortsdurchfahrt Waldaschaff beschweren.
Also mein Rad fuhr fast von allein nach Fátima, mit der kleinen Einschränkung, dass es ziemlich oben auf einem Berg liegt und ich eine gute Stunde bergauf zu tun hatte. Mittags hatte ich genau am Tejo (das ist der Rhein von Portugal) meinen ersten 1000er gefahren und dies mit einer alkoholfreien Brotzeit malerisch am Hochufer zelebriert. Der Höhepunkt war aber gerade eben ein Gottesdienst im Sanktuarium von Fátima mit etwa 1000 Pilgern aus aller Welt und einer Lichterprozession über das gesamte Gelände, das hat mich schwer beeindruckt. Das Wunder von Fátima kann man ganz gut googlen. Morgen habe ich vor den Atlantik zu erreichen.

Der Helfer im Radladen

Bei der Einfahrt nach Fátima bin ich an einem tollen Radgeschaeft vorbeigeduest und da fiel mir mein Problem von gestern ein, das gelockerte Pedal. Obwohl mir Tino Hasenstab (mein Radausstatter) ganz dringend ans Herz gelegt hatte, die Pedale bei der Endmontage in Malaga gut festzumachen, ist mir das anscheinend nicht wirklich gelungen und die Nachjustierung gestern, geisterte mir noch im Kopf herum. Also der Typ im Radladen hat mich nicht verstanden, logisch, aber dann habe ich ihm einfach gezeigt was mein Problem ist. Er sagte „klack, klack“ nahm einen supergrossen Schluessel und hat mir beide Pedale fuer immer festgezogen.