Ziemlich dicke Beine heute Morgen – leckeres Frühstück in Janet‘s Montana Café – mitten in Alpine.

Es war klar es geht nur bergauf heute – von 500 Meter hinauf auf 1200 Meter – der Blaue Elephant hat gestöhnt – ich auch.

Gute sechs Kilometer musste ich mich auf der Interstate 8 abstrampeln – natürlich bergauf – diese Passage ist ausdrücklich erlaubt und bietet viel Platz auf dem Randstreifen.

Welche Wohltat später ca. 100 Höhenmeter nach Pine Valley abzufahren.

800 Höhenmeter und gerade mal 30 km auf der Uhr sind es bis hier.

Eine Option ist 15 km weiter einen Campground anzufahren mit wieder 150 Höhenmeter – die andere in dem kleinen Örtchen Pine Valley ein zeitiges Ende zu finden.

Problem ist, wenn der Campground nicht klappt stehen weitere 600 Höhenmeter ins nächste Örtchen an.

Ich fahre das lokale Sheriffs-Office an und versuche den einheimischen Rat in meine Entscheidung einzubinden..

Klare Aussage des Sheriffs: stay here

Im Pine Valley Inn Motel beende ich also einen kurzen – aber heftigen Radtag und genehmige mir einen „faulen Nachmittag“.

Es ist schön sonnig aber kalt in den Bergen und um 6 pm ist es finster.

Bei „Frosty Burger“ gab es mein Abendessen – einfach Kalorienersatz.

Gestern Abend bei Frosty Burger gegessen – heute Morgen beim Losfahren auf 1100 Meter auch Frosty.

Ging dann gleich mal kräftig hoch und das wurde belohnt mit einer schönen Abfahrt.

Leider war klar ich muss wieder hoch. Gekämpft und irgendwann oben.

Die Tecate Divide auf knapp 1300 Meter war auch Signal – die Berge Kaliforniens sind durch.

Kurze Zeit später der erste Blick nach México. Schon ziemlich heftig, wenn der Grenzzaun auftaucht.

Hinter Jacumba musste ich mich nochmal quälen – zumal ein ziemlich heftiger „Headwind“ mir einiges abverlangte.

Diese Monstertage liegen jetzt hinter mir.

Final oben angekommen ging es in rasender Fahrt 800 Höhenmeter abwärts – auf der Autobahn in karger Gebirgslandschaft.

Der Standstreifen ist megabreit – mehr als doppelt wie ein Fahrradweg bei uns – der Verkehr mittel – aber fast alle Trucks sind beim Vorbeifahren auf die linke Spur gewechselt – sehr fair.

Unten wurde es ziemlich warm und ich bin nach Ocotillo reingefahren – ein ziemlich armseliger Wüstenort mit rd. 300 Einwohnern. Schöne Bergkulisse rundherum.

Eine kleine Bar gibt es – gut für eine Pizza und Bier

Aus den Bergen heraus bin ich in der Wüste angekommen – das erfordert in den nächsten Tagen weniger Power beim Fahren – da flach, aber volle Konzentration auf genügend Flüssigkeit und Nahrung.

Meine Unterkunft würde ich auf die letzten 15 Jahre Fahrradtouren unter die „miesesten Top 5“ einsortieren – alternativlos.

Ich war froh heute Morgen mein Bleibe zu verlassen. Herrlicher Morgen – strahlend blau und glasklar – auch noch frisch gegen acht Uhr.

Im Red Feather Café – gleich um‘s Eck ordentlich gefrühstückt. Der Mann am Counter (etwa mein Alter) präsentierte mir stolz einige Worte Deutsch – ich habe seinen Wortschatz noch um zwei, drei neue Wörter erweitert.

Die Southern Tier Route der ACA (Adventure Cycling Association) geht auf der SR 98 von Ocotillo über Calexico ( Grenz-Doppelstadt mit Mexicali) nach El Centro.

Ein Typ gestern in Jacumba hat mir davon abgeraten und ein Route weiter nördlich der Interstate empfohlen.

Ich bin dieser Empfehlung nicht gefolgt und wurde belohnt – kaum Verkehr – guter Belag und breiter Randstreifen.

Jetzt im Flachen da rollt der Blaue Elephant – kurz nach Mittag war ich in El Centro.

Ganz nebenbei – El Centro ist der Geburtsort von Cher.

Ein vielleicht etwas schräger Vergleich: die unzähligen Border-Patrol Autos hier an der mexikanischen Grenze, haben mich an meine Oder-Tour im vergangenen Mai erinnert, da stand auch an jeder Brücke nach Polen die Bundespolizei.

Was auch sehr interessant ist, nach ca. 40 km hatte ich die Yuha-Wüste passiert und plötzlich gab es einen Wechsel zur Agrarlandschaft. Mein GPS zeigte dabei eine Lage unterhalb des Meeresspiegels an.

Steuere einen RV Park an, der auf der Webseite auch Zeltstellplätze anbietet. Komme genau in die Mittagszeit – warte 30 min auf den Officer.

Er zeigt mir ein Stückchen Wiese in der prallen Sonne – da laufen fünf Sprenger und alles ist klatschnass.

Meine nachhaltige Bitte mein Zelt auf dem Playground aufstellen zu dürfen wird hartnäckig abgelehnt – da würden die Kinder spielen – es sind aber weit und breit keine zu sehen.

Ich schaffe es nicht den Typ zu gewinnen. Die Alternative ist ein kurzfristig gebuchtes AirBnB ca. 20 min weg – sehr gepflegt und großzügig.

Ist auch ein bisschen Kompensation für gestern – hätte allerdings gerne heute gezeltet. Nutze die Gelegenheit meine Wäsche zu machen.

Gehe jetzt mal um den Block – bei Burgers & Beer steppt der Bär.

Gut ausgeschlafen bin ich früh unterwegs – herrlich sonnig, wie alle Tage, aber ziemlich frisch.

Frühstücke in der Kantine des Gesundheitsamtes – war in Google eine Empfehlung – exzellenter Breakfast-Burrito und Smoothie – guter Tipp.

Es geht locker geradeaus nach Osten – statte mich mit ausreichend Wasser aus, da auf den rund 100 km nichts kommt.

Anfangs geht es durch die riesigen Gemüsefelder – ein Schwerpunkt sind Karotten.

Später wird es sandig mit niedrigem Bewuchs – ohne Baum und größeren Strauch. Der Highway neben der Interstate hat hervorragenden Asphalt und kaum Verkehr.

Als die Dünenlandschaft in Sicht kommt ändert sich das Bild, der Hway verschwindet quasi und Komoot routet mich in die Pampa.

Direkt am Zaun in tiefem Sand hole ich mir Rat bei den Jungs der Border -Patrol. Die sind sehr bestimmt aber nicht unfreundlich und schicken mich auf die Interstate.

Der Randstreifen ist breit und gut zu fahren – allerdings hochkonzentriert auf den mächtigen Luftzug den die riesigen Trucks hinter sich herziehen, das reißt schon mal am Lenker.

Im Auge hatte ich nach rund 70 km den Buttercup Campground – das ist leider nur ein sehr großer Parkplatz für RV‘s und Motorsportenthusiasten, die mit ihren ATV‘s in den riesigen Dünen herumbrettern.

Da bleibe ich nicht – telefoniere zwei RV-Plätze in Yuma ab – keiner hat tent-camping im Angebot. Ziemlich frustiert buche ich wieder ein AirBnB in Yuma.

Es sind nochmal gute 30km mehr oder weniger auf der Interstate – in einer Chevron-Tankstelle – der ersten seit El Centro – rettet mich ein eiskaltes Cola.

Ich fahre über die Stateline nach Arizona, damit bin ich in einer neuen Zeitzone angekommen, die Uhr springt eine Stunde vor.

Sehr anstrengend heute und sehr nervig die Fahrerei in der zweiten Hälfte, da kämpfe ich schon mit der Sinnfrage – Spaß hat das nicht mehr gemacht.

Heute Nacht ging es mir nicht gut – nachdem gestrigen „Gegurke“ auf der Interstate und dem Stress rundrum, habe ich mir immer wieder die Sinnfrage gestellt.

Mein Gedankenkarussell habe ich mit Angela Merkels Biographie als Hörbuch in den Griff bekommen und bin endlich eingeschlafen.

Heute Morgen „Slow-Start“ – gute Energie – bin lecker Frühstücken gegangen und wieder Richtung Osten.

Sehr motiviert hat mich eine Sprachnachricht meiner Enkeltochter.

Die Route führte mich um die „Fortuna Foothills“ herum, dabei hatte ich eine Stunde heftigen Gegenwind – den Rest des Tages war der Wind mein Freund.

Habe ich mal kurz verfahren (5 km) bis ich auf der richtigen Seite des Wellton-Mohawk-Kanals war. Gute 10 Meilen auf einer asphaltierten mit viel Sand bedeckten Piste und Rückenwind, das macht Spaß.

Parallel zur Interstate habe ich Kilometer gefressen – in Wellton gabs noch ein Motel, das war zu früh.

Hatte noch die Hoffnung auf einen Platz in einem RV-Park unweit von Tacna. Keine Chance mit Zelt.

Also das erste Desert-Bushcamp – bin gespannt auf die Nacht und die Temperatur.

Zelt steht – Luftlinie 500m zum RV-Park, wo sie mich nicht wollten. 18:30 Mountain-Time geht hier die Sonne unter.