Die Überschrift über den heutigen Radtag heißt „100 km gegen den Wind“. Eigentlich war das Tagesziel Tok rund 140 km – als ich dann das B & B Schild hier in Cathedral Creeks sah, wusste ich für heute reichts. Die Inhaberin ist eine Deutsche und lebt seit 35 Jahren hier.

Ich bin der erste Gast in 2018 – darauf haben wir gerade ein Glas Chardonnay getrunken.

Morgen wird es spannend – kurz hinter Tok beginnt der Klondike Loop über den „Top of the World Highway“ nach Dawson City in Kanada.

Nachdem unklar ist, wie es da oben schneetechnisch aussieht – Thema Zelten – kommt J.R. morgen mit dem Auto aus Anchorage um mich zu supporten.

Ich werde berichten.

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Der Tag begann relativ zeitig und gegen 7:30 Uhr saß ich auf dem Rad. Beim Morgenkaffee hatte ich noch sehr neugierigen Besuch eines Fuchses.

Eher unspektakulär zogen sich die Meilen dahin. Als Eis und Schneepyramide grüßte mich rechter Hand der über 4000m hohe Mount Hayes.

Zum ersten Mal auf dem Trip hatte ich die berühmte Alaska-Pipeline direkt zum Anfassen. Wenig später war ich in Delta Junction angekommen, dem tatsächlichen Ende des Alaska-Kanada-Highways mit Milepost 1422. Für mich eher ja der Beginn.

Ich habe ja nicht vor dem Highway zu folgen – zunächst aber auf jeden Fall rund 150 Meilen bis hinter Tok, um dann zu entscheiden Dawson City ja oder nein.

An einer kleinen Tankstelle ca. 20 Meilen hinter der Junction wurde ich von Michaela Webb, einer Deutschen, die schon viele Jahre hier lebt, eingeladen auf ihrem Gelände zu übernachten. Ich nahm die Einladung gerne an, Abendessen und Dusche inclusive.

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Heute morgen erwartete mich strahlender Sonnenschein. Ich verließ Fairbanks auf dem Richardson Highway in Richtung Südosten.

Nach anfangs dichtem Verkehr wurde es nach ca. 20 km deutlich ruhiger. Etliche Meilen lang passierte ich ein Militärgelände mit dem dringenden Hinweis nicht zu fotografieren.

Erstmals konnte ich für kurze Zeit in einer kurzen Radhose fahren. Relativ schnell zogen ein paar dunkle Wolken auf und es begann kurz zu regnen. Ich fuhr zum unterstellen auf ein großes privates Grundstück. Mit Gordon, dem Eigentümer, der gerade beim Düngen seines Rasens war, kam ich sehr nett ins Gespräch. Er will unbedingt sehen wie mein Trip verläuft und hat sich meine Blogadresse notiert.

Gerade als die „Eintracht“ deutscher Pokalsieger wurde habe ich mir am Hinterrad eine spitze Krampe in den Mantel gefahren. Plattfuß Nummer 1 in Alaska. Also komplett abgerödelt, den Schaden behoben und mühsam mit der Hand 3 Bar reingepumpt, das ging gerade so mit der schweren Ladung. Welch ein Glück 3 – 4 km weiter war eine kleine Tankstelle und ich konnte wieder richtigen Druck aufbauen.

Im wesentlichen fuhr ich später am Tanana River entlang südwärts. Nach rund 100 km bin ich auf einer öffentlichen Campsite am Birch Lake gelandet. Ich habe mich kurzerhand entschieden den sonnigen Spätnachmittag hier zu beenden. Total idyllisch – es ist jetzt 21 Uhr – kein Mensch außer mir ist hier – der See ist noch weit über die Hälfte der Oberfläche zugefroren.

Sonnenuntergang ist gegen Mitternacht und -aufgang kurz danach. Also richtig dunkel wird es nicht mehr.

Werde zeitig schlafen gehen und morgen früh bald weiterfahren. In etwa 50 km kommt Delta Junction und der Alaska-Kanada-Highway beginnt.

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Rückblickend mal so einige erste Rad-Erfahrungen auf dem Trip. Ich bin die ganze Woche auf dem George-Parks Highway gefahren.

  • Die Seitenstreifen sind zu weit über 95 % super zu befahren, es liegt allerdings ziemlich viel Schrott so kurz nach dem Winter rum. Da heißt es wachsam sein, eine scharfe Schraube im Reifen macht Ärger.
  • Die Autofahrer erlebe ich sehr fair. Selbst die riesigen Brummis fahren mit großem Abstand vorbei.
  • Sehr hilfreich sind die „rumble strips“ mittig und rechts am Fahrbahnrand, das sind so „Aufwach- und Rüttelrillen“. Sie erzeugen frühzeitige Warnsignale. Wenn du allerdings mit dem Rad selbst drüber fährst, wackeln die Plomben.
  • Der Verkehr war die letzte Woche, mit Ausnahme der ersten 50 km bei Anchorage, absolut okay.
  • Die meisten entgegenkommenden Fahrer grüßen sehr freundlich.
  • Es macht Laune durch diese unendliche Natur zu fahren. Ein bisschen beklemmend war der Tag mit dem meterhohen Schnee zwischen Trapper Creek und Broad Pass bei Cantwell.

Kurz noch zu den bisherigen Wetterbedingungen. Seit meinem Start in Anchorage ist es trocken. Mein Regenzeug ist in den Taschen ganz weit nach unten gerutscht. Wind hatte ich immer – sowohl von vorne, wie auch von hinten. Ein bisschen geschneit hat es in Cantwell und die Temperaturen waren oft niedrig einstellig. Aktuell sind es in Fairbanks um die 20 Grad, das ist Frühling pur. Die Vorhersage für die nächsten Tage bestätigt den bisherigen Trend.

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Cliff bringt mich und mein Fahrrad samt Ausrüstung mit dem Pick-Up hinab nach Fairbanks.

Ich besorge mir bei REI einige Outdoordinge – fahre an meiner gebuchten AirBnB-Adresse vorbei, drehe eine Runde durch Down-Town Fairbanks (sehr übersichtlich) und frühstücke in einem ganz netten Café.

Kurz nach 14 Uhr ist die Wohnung bereit zum Einziehen. Ist sehr ordentlich – habe Platz ohne Ende.

Brauche heute ein Nickerchen, bevor ich mich später zum Dinner mit Cliff wieder treffe. Seine Frau ist verreist ganz nach Norden, sie beschäftigt sich mit dem Verhalten von Eichhörnchen.

Entspannter Tag heute – ich bleibe bis Samstag hier in Fairbanks.

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