Sehr gut geschlafen – trotz Eisenbahn und Straße in unmittelbarer Nähe.

Die Wolken hängen tief und es ist eine ziemliche feuchte Angelegenheit. Um 6:30 Uhr bin ich auf der Straße.

Nach einer knappen Stunde ist der erste Tausender voll.

Es geht zügig nach La Crescent – der Apfelstadt Minnesotas. Leckeres Frühstück in Kaddy‘s Café. Die Sonne kämpft sich durch und ich packe das Zelt aus – in 15 Minuten ist alles trocken und wieder verstaut.

Muss sein – heute wird nicht gezeltet – habe kurz vor La Crescent ein Hotel für heute Abend – zur Feier des ersten Tausenders – klar gemacht.

In Richtung der Staatsgrenze von Iowa wechseln sich spektakuläre Flusslandschaften ab.

Gegen Mittag erreiche ich bei New Albin den Staat Iowa und lasse Minnesota endgültig hinter mir.

Es wird ziemlich heiß am Nachmittag und meine in Minneapolis gekaufte „Hitzeausrüstung“ besteht die erste Bewährungsprobe bestens.

Über die spektakuläre Brücke bei Lansing wechsele ich wieder auf die East Bank und bin erneut in Wisconsin – also Triple-State-Day heute.

Knapp 45 Minuten später bin ich in Ferryville im Grand View Motel angekommen.

Am Morgen war mein Reifen wieder platt – was ein Mist – habe den Geflickten entfernt und den Ersatzschlauch genommen. Mit der Handpumpe ist das ziemlich ätzend.

Habe einen Rennradfahrer angesprochen, da ich einfach zu wenig Luft für die schwere Last hatte. Er ist ca. 2 Meilen mit mir zu sich nach Hause gefahren. Mit der Elektropumpe war das Problem schnell gelöst.

Was ich garnicht mag, ist zurückfahren, musste ich aber, da nur in Wabasha auf Sicht ein Bike-Store ist und ich wieder einen Ersatzschlauch brauchte.

Entscheide mich wieder auf der Wisconsin-Seite zu fahren, hatte mir gestern ja sehr gut gefallen. War aber heute nicht schön – eine verkehrsarme Country-Road auf der zig Harley-Fahrer hin- und herbrettern, rechts eine Eisenbahnlinie mit lautem Güterverkehr und irgendwo dahinter der MR.

Habe meinen ersten Tourenradler seit fast 1000 km getroffen. War ein junger Mann aus Michigan mit wenig Gepäck, beim Überholen haben wir ca. 1 km geschwätzt, dann hat er wieder Gas gegeben.

Gab auch kam was her für Fotos – irgendwann war ich in Winona – eine doch richtige Stadt aus der Winona Ryder kommt (wer hätte das gedacht).

Durch einen schönen Park am See entlang mit Blick auf einen der zahlreichen Bluffs habe ich das Städtchen wieder verlassen. 15 km später bin ich auf den Pla Mor Campground abgebogen.

Schöner Familienplatz mit einem kleinen Pool. Ich habe ein schönes Plätzchen und versöhne mich mit dem etwas „gebrauchten Tag“.

Werde morgen sehr früh starten, es soll deutlich über 30 Grad haben.

Um 4:30 Uhr werde ich von Blitz und Donner geweckt – wie immer habe ich ein bißchen Schiss im Zelt. Die Blitze sind einfach „zu nah“.

Mein Wetter-App sagt um 7:00 Uhr ist es vorbei, war auch so. Mein Hilleberg-Niak ist Sturm- und Wetterfest und hat sich wieder mal bewährt.

Als das Geblitze vorbei ist schlafe ich glatt nochmal tief ein. Packe erst gegen 9 Uhr meine Sachen zusammen, trinke in aller Ruhe noch meinen Espresso.

Als ich los rolle ist mein Hinterrad platt. So ein Mist – also komplett abrödeln – Schlauch flicken – im Pferdeschuppen gibt es einen Kompressor, das erleichtert die Pumperei ganz mächtig (also doch noch added value aus den 46 $ gezogen). Wieder Aufpacken und hoffen, dass der Flicken hält.

In Red Wing gönne ich mir nach der ganzen Aufregung ein gutes Frühstück – checke nochmal die Luft im Bikeshop.

Entscheide mich auf die andere Seite des MR zu fahren und bin damit im zweiten Staat meiner Reise – Wisconsin.

Es gibt zwar ziemlich bald einen 250 Höhenmeter Aufstieg – mit dem Gepäck schon ziemlich zäh – aber dann eine tolle Fahrt entlang am Lake Pepin – ist ein bisschen wie Starnberger See.

Kaffeepause in Stockholm und einige Stopps an den sog. Historic Markers. Sehr interessant – gut für Euer Englisch und die Geschichte dieser Region.

In Wabasha bin ich wieder zurück auf der West Bank in Minnesota.

Nach 10 Meilen steuere ich die Pioneer Campsite an. Paul der Owner hat mich schon am Tag auf der Straße in Wisconsin gesehen und freut sich total – ich darf nichts bezahlen.

Von Dauercampern werde ich zum Essen und natürlich auch auf ein Bier eingeladen. Sie drehen sogar noch eine Runde übers Gelände mit einem Golfcart mit mir.

Der Tag fing schräg an und endete super.

Zum dritten Mal nehme ich Abschied von Kate, Dan und den Jungs in Minneapolis.

Es ist ein schöner Morgen und nach 20 Minuten überquere ich den MR um auf der East Bank meinen Kurs wieder aufzunehmen.

Die erste Stunde bis St. Paul geht durch sehr urwüchsige Parkanlagen – ich bin ganz alleine unterwegs so zeitig am Morgen.

Bis Hastings muss ich mich ziemlich plagen. Der Wind mag mich heute nicht – außerdem geht es gefühlt stetig bergauf und ewig lang parallel zu einem Highway.

Spektakulär ist die Überfahrt in Hastings über die Brücke und da springt mir eine schöne Terrasse ins Auge. Genau dort mache ich Mittagspause – ein Mittagsnickerchen direkt am MR-Ufer inclusive.

Danach war es nur noch Quälerei – der Fluss blieb linker Hand zurück und ich fuhr gefühlte drei Stunden durch Farmland stetig steigend auf einer Countryroad gegen den Wind.

An einer schönen Kirche habe ich nochmal im Schatten die Augen zu gemacht. Das war sehr gut.

Nach einer langen Abfahrt erreiche ich Red Wing – mein Campground ist zehn Kilometer abseits der Route und mir schwant schon Übles.

Überraschung – ein toller Radweg am Haycreek entlang bringt mich an mein Tagesziel.

Der Campground ist mehr eine Pferderanch – habe aber einen schönen Platz auf einem Hügel. Die sanitären Anlagen sind, mit Verlaub „verranzt“, warum ich dafür 46 $ bezahlen muss, erschließt sich mir nicht.

Das gute ist – dass der CG eine schöne Kneipe hat – das IPA ist super – das ist der Ausgleich. Leider nicht im Preis inbegriffen.

Okay – getreu meinem Motto „One day at a time“ – ist das halt so, morgen werden die Karten neu gemischt.

Könnte sein, dass es heute Nacht regnet – da muss ich noch ein bisschen meine Dinge sortieren.

Vielen Dank Martin Schwarzkopf 👍

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde meines MRT-Blogs. Am ersten Ruhetag komme ich mit einer Idee und Bitte auf Euch zu

Der Rotary Club Aschaffenburg, dem ich seit über 20 Jahren angehöre, hat sich unter der Führung von Präsident Michael Bargl für 2022/2023 den Bau einer Schule in Malawi auf die Fahnen geschrieben. Siehe anhängendes pdf.

Meine Idee ist es nun unter dem Titel „Mississippi meets Sambesi“ ein bisschen Geld für das Projekt einzusammeln.

Ich versuche auf meiner Tour rund 3500 km an diesem mächtigen Strom entlang zu radeln. Es wäre großartig wenn aus dieser Aktivität am Ende 3500 € in das Rotary-Projekt fließen könnten.

Wie geht das nun: wenn Euch meine Tour und das Begleiten im Blog gefällt, bringt ihr Euch mit 1 € pro km ein und überweist Euren Betrag auf untenstehendes Konto. Also z.B. 25 € für 25 km.

Mindestens einmal pro Woche wird der aktuelle Spendenstand im Blog benannt.

Also los gehts – um die bereits gefahrenen 673 km „aufzufüllen“. Ganz nebenbei tragt ihr mit Eurem Beitrag ganz erheblich zu meiner Motivation an „schwachen Tagen“ bei.

Förderverein RC Aschaffenburg Betreff: Mississippi meets Sambesi RVBank Aschaffenburg eG IBAN: DE58 7956 2514 0001 4160 90 BIC: GENODEF1AB

Schon heute ganz herzlichen Dank für Euer Interesse und die Unterstützung.

Günter – 🚴🇺🇸🚴🇺🇸🚴🇺🇸🚴