In Kürze starte ich hier von Poway an den Strand von San Diego – das sind knappe 50 km und ein erstes Einrollen.

Herrlicher Sonnenschein – mäßiger Wind – im Schatten ziemlich frisch. Es geht gleich ein paar mal fröhlich auf und ab, da muß ich mich erst wieder an die Last gewöhnen.

Eine gute Stunde bin ich auf einem exzellenten Bike-Path gefahren – etwas laut da direkt neben der Interstate – aber entspannt zu fahren.

Irgendwann kam ein rund 200 Höhenmeter langer Aufstieg – da war ich nicht wirklich locker.

Es hat sich gelohnt – plötzlich über der Höhe war der Pazifik zu sehen und es ging mindestens 300 Höhenmeter steil hinab.

In La Jolla war der Teufel los, Samstag und Traumwetter – eine Mischung aus Einheimischen, Surfern und Touristen.

15 km am Ozean lang – mehr kann man am Tag 0 nicht erwarten.

Nach einem kleinen Lunch bin ich um kurz vor 3 pm an meinem AirBnB angekommen, von außen so ein bisschen na ja – aber innen absolut erstklassig.

Alles neu sortiert – herrlich warm geduscht – wird es die nächsten Tage nicht immer geben und ein bisschen Pause.

Später werde ich mit dem UBER nach DownTown fahren und mir die Beine ein wenig vertreten.

San Diego ist die „Craftbeer-Stadt“, da genehmige ich mir eines.

Ich habe mich in dem AirBnB im Stadteil Pacific Beach sehr wohlgefühlt – gut ausgeschlafen verlasse ich kurz nach 7 Uhr das Haus.

Zwei km radeln und ich bin an der Küste – um diese Uhrzeit sind hunderte von Leuten unterwegs – joggen, surfen und spazieren gehen steht hoch im Kurs in San Diego.

Gönne mir ein opulentes Frühstück im Café Kono – die „Line“ bei der Bestellung ist ziemlich lang – aber das Warten hat sich gelohnt. Mit Blick auf den tosenden Pazifik zu frühstücken ist schon fantastisch.

Eine halbe Stunde radle ich an der Küste entlang zum „Point Zero“. Ein kurzer „wheel-dip in the water„ und dann starte ich meinen Southern Tier 2025 – rund 2500 km bis Austin/TX.

Wie erwartet wird es ein sehr harter Radtag – bei besten Wetterbedingungen verlasse ich San Diego nach Osten – mein Komoot-Track passt nicht richtig mit der offiziellen ACA-Karte zusammen und ich fahre einige Umwege.

Irgendwann beginnt die Kletterei; mit dem schweren Rad wird es bei Steigungen über 5% sehr herausfordernd.

Ein Highlight war der ca. 8 km lange und eher flache Father Junipero Serra Trail.

Ich quäle mich maximal für Tag 1 – bin kurz vor einem Hungerast und rolle mit dem Sonnenuntergang (17:33) vor meine Bleibe für diese Nacht. Um 18 Uhr ist es hier stockdunkel um diese Jahreszeit.

Alpine liegt auf gut 500 Meter – der höchste Punkt in den folgenden Tagen ist die Tecate Divide auf knapp 1300 hm – die Plackerei geht also morgen weiter.

Die Belohnung für heute.

Ziemlich dicke Beine heute Morgen – leckeres Frühstück in Janet‘s Montana Café – mitten in Alpine.

Es war klar es geht nur bergauf heute – von 500 Meter hinauf auf 1200 Meter – der Blaue Elephant hat gestöhnt – ich auch.

Gute sechs Kilometer musste ich mich auf der Interstate 8 abstrampeln – natürlich bergauf – diese Passage ist ausdrücklich erlaubt und bietet viel Platz auf dem Randstreifen.

Welche Wohltat später ca. 100 Höhenmeter nach Pine Valley abzufahren.

800 Höhenmeter und gerade mal 30 km auf der Uhr sind es bis hier.

Eine Option ist 15 km weiter einen Campground anzufahren mit wieder 150 Höhenmeter – die andere in dem kleinen Örtchen Pine Valley ein zeitiges Ende zu finden.

Problem ist, wenn der Campground nicht klappt stehen weitere 600 Höhenmeter ins nächste Örtchen an.

Ich fahre das lokale Sheriffs-Office an und versuche den einheimischen Rat in meine Entscheidung einzubinden..

Klare Aussage des Sheriffs: stay here

Im Pine Valley Inn Motel beende ich also einen kurzen – aber heftigen Radtag und genehmige mir einen „faulen Nachmittag“.

Es ist schön sonnig aber kalt in den Bergen und um 6 pm ist es finster.

Bei „Frosty Burger“ gab es mein Abendessen – einfach Kalorienersatz.

Gestern Abend bei Frosty Burger gegessen – heute Morgen beim Losfahren auf 1100 Meter auch Frosty.

Ging dann gleich mal kräftig hoch und das wurde belohnt mit einer schönen Abfahrt.

Leider war klar ich muss wieder hoch. Gekämpft und irgendwann oben.

Die Tecate Divide auf knapp 1300 Meter war auch Signal – die Berge Kaliforniens sind durch.

Kurze Zeit später der erste Blick nach México. Schon ziemlich heftig, wenn der Grenzzaun auftaucht.

Hinter Jacumba musste ich mich nochmal quälen – zumal ein ziemlich heftiger „Headwind“ mir einiges abverlangte.

Diese Monstertage liegen jetzt hinter mir.

Final oben angekommen ging es in rasender Fahrt 800 Höhenmeter abwärts – auf der Autobahn in karger Gebirgslandschaft.

Der Standstreifen ist megabreit – mehr als doppelt wie ein Fahrradweg bei uns – der Verkehr mittel – aber fast alle Trucks sind beim Vorbeifahren auf die linke Spur gewechselt – sehr fair.

Unten wurde es ziemlich warm und ich bin nach Ocotillo reingefahren – ein ziemlich armseliger Wüstenort mit rd. 300 Einwohnern. Schöne Bergkulisse rundherum.

Eine kleine Bar gibt es – gut für eine Pizza und Bier

Aus den Bergen heraus bin ich in der Wüste angekommen – das erfordert in den nächsten Tagen weniger Power beim Fahren – da flach, aber volle Konzentration auf genügend Flüssigkeit und Nahrung.

Meine Unterkunft würde ich auf die letzten 15 Jahre Fahrradtouren unter die „miesesten Top 5“ einsortieren – alternativlos.

Ich war froh heute Morgen mein Bleibe zu verlassen. Herrlicher Morgen – strahlend blau und glasklar – auch noch frisch gegen acht Uhr.

Im Red Feather Café – gleich um‘s Eck ordentlich gefrühstückt. Der Mann am Counter (etwa mein Alter) präsentierte mir stolz einige Worte Deutsch – ich habe seinen Wortschatz noch um zwei, drei neue Wörter erweitert.

Die Southern Tier Route der ACA (Adventure Cycling Association) geht auf der SR 98 von Ocotillo über Calexico ( Grenz-Doppelstadt mit Mexicali) nach El Centro.

Ein Typ gestern in Jacumba hat mir davon abgeraten und ein Route weiter nördlich der Interstate empfohlen.

Ich bin dieser Empfehlung nicht gefolgt und wurde belohnt – kaum Verkehr – guter Belag und breiter Randstreifen.

Jetzt im Flachen da rollt der Blaue Elephant – kurz nach Mittag war ich in El Centro.

Ganz nebenbei – El Centro ist der Geburtsort von Cher.

Ein vielleicht etwas schräger Vergleich: die unzähligen Border-Patrol Autos hier an der mexikanischen Grenze, haben mich an meine Oder-Tour im vergangenen Mai erinnert, da stand auch an jeder Brücke nach Polen die Bundespolizei.

Was auch sehr interessant ist, nach ca. 40 km hatte ich die Yuha-Wüste passiert und plötzlich gab es einen Wechsel zur Agrarlandschaft. Mein GPS zeigte dabei eine Lage unterhalb des Meeresspiegels an.

Steuere einen RV Park an, der auf der Webseite auch Zeltstellplätze anbietet. Komme genau in die Mittagszeit – warte 30 min auf den Officer.

Er zeigt mir ein Stückchen Wiese in der prallen Sonne – da laufen fünf Sprenger und alles ist klatschnass.

Meine nachhaltige Bitte mein Zelt auf dem Playground aufstellen zu dürfen wird hartnäckig abgelehnt – da würden die Kinder spielen – es sind aber weit und breit keine zu sehen.

Ich schaffe es nicht den Typ zu gewinnen. Die Alternative ist ein kurzfristig gebuchtes AirBnB ca. 20 min weg – sehr gepflegt und großzügig.

Ist auch ein bisschen Kompensation für gestern – hätte allerdings gerne heute gezeltet. Nutze die Gelegenheit meine Wäsche zu machen.

Gehe jetzt mal um den Block – bei Burgers & Beer steppt der Bär.