Heute war um 5 Uhr aufstehen angesagt und hinauf zum Flughafen „El Alto“ in über 4000 m Höhe gelegen. Die Höhe ist auch für die Piloten eine Herausforderung.
Um 13:30 MEZ fliegen wir hinüber nach Cusco in Peru. 3 volle Tage La Paz sind genug. Gestern am Spätnachmittag waren wie noch auf einem Aussichtspunkt und haben uns diesen Moloch von Stadt nochmal von oben angeguckt.
Titicacasee mussten wir leider streichen von La Paz aus, dann werden wir das von der peruanischen Seite aus nachholen, wenn wir vom Inkatrail zurück sind.
La Paz ist „saukalt“ und es regnet eigentlich fast immer. Die Folge ist, dass ich mich mächtig erkältet habe durch den switch „Atacamawüste“ und Hochlandlage. Am Dienstag sollte ich fit sein, der Inkatrail ist nicht ganz ohne. Als erfahrene Ausdauersportler müssen wir uns denke ich aber keine allzugroßen Gedanken machen. Die Höhenanpassung ist mittlerweile auch sehr gut fortgeschritten.
Morgen am Sonntag geht es zeitig mit der Aerosur über die Kordillere nach Cusco in Peru.
Zeitlich sind wie dann 6 h hinter euch.
Hier biete ich Euch jetzt mal einige Impressionen zu den eben gemachten Ausfuehrungen, sicher runden diese, meine Versuche das Erlebte zu beschreiben, noch etwas ab. Auch wenn die Reihenfolge vielleicht seltsam anmutet, sie entspricht der tatsaechlichen Chronologie.
Genauso wie gestern abend noch gepostet, haben wir den Tag heute gestaltet. Alle notwendigen Dinge erledigt, Einkaeufe, Waesche etc. Nach einem Superfruehstueck in einem fast europaeischen Cafe haben wir uns die Stadt ein wenig erschlossen, was hier maechtig anstrengend ist, da es so gut wie keine flachen Stuecke gibt. Es geht entweder steil hinauf oder hinab und trotz unserer bereits guten Hoehenanpassung wackeln einem die Beine ab und zu ganz maechtig.
Klar gemacht haben wir fuer morgen einen Tagesausflug zum Titicacasee. Abreise 7:45 Uhr ab unserem Hostel, so eben kam ein Anruf der Agentur, wir muessen bereits um 4:45 Uhr los, da eine Blockade der Strasse angesagt ist. So ist halt Lateinamerika, aber fuer den Titicacasee nehmen wir das locker in Kauf und nach der Nacht von Uyuni schreckt uns ja nun garnichts mehr.
Jetzt knapp zwei Stunden spaeter ist der Titicaca-Trip definitiv gecancelt. Auch das ist Lateinamerika, da finden wir sicher dann von der peruanischen Seite her eine Loesung.
Puenktlich um 20:00 Uhr startete unser Bus in Richtung Oruru, geplante Ankunft dort gegen 3:30 Uhr. Der Bus war etwa zur Haelfte mit Einheimischen besetzt, zur anderen Haelfte mit Travellern. Es braucht nicht viel Phantasie um sich das Klima und die Gerueche im Bus vorzustellen. Wir schaukelten ca. 2 Stunden so vor uns hin, als der Bus ploetzlich stehen blieb. Dies sollte auch die naechsten 9 Stunden so bleiben. Es gab keinerlei Information, warum oder wieso, wir standen einfach. Aussteigen war unmoeglich, aus dem Oberdeck des Fahrzeugs gibt es auch keine Sicht- und Sprechverbindung zum Fahrer bzw. den anderen Bordmitgliedern. Ausserhalb des Busses sah man immer weider schemenhaft Menschen mit Taschenlampen ganz wichtig auf und ab laufen. Irgendwann war uns allen klar, vor dem hell werden geht hier garnichts mehr und so war es dann auch. Wir richtetem uns so gut wir konnten fuer eine doch lange Nacht im Bus ein.
Was war geschehen ? Durch die starken Regenfaelle der letzten Tage war eine ansonsten wohl problemlos zu nehmende Furt unter starke Stroemung geraten und ein LKW hatte sich in unserer Richtung, kurz vor uns, festgefahren. Im Morgengrauen ist dann von der Gegenseite her ein Wahnsinniger mit seinem Bus mit Vollgas hineingeprescht und ebenfalls stecken geblieben. Also Totalsperrung, fast wie an der Einhausung Goldbach. Ich habe selten so bizarre Szenen erlebt wie an diesem Morgen, Indiofrauen mit Kleinkindern, Bauern mit Ihren Produkten, Reisende aus aller Herren Laender und ein wohl nicht loesbarer Knoten. Meine Prognose das dauert mindestens nochmal 24 h und ohne schweres Geraet und Militaer geht da garnichts.
Weit gefehlt, Bolivianer sind im Vergleich zu uns wohl eher unorganisiert aber „Meister der Improvisation“. Innerhalb vom einer Stunde wurde etwa 20 Meter unterhalb der Furt mit abgeschnittenem Praeriegras eine Art Damm und gebaut und flugs versuchte der erste Bus sein Glueck und unter riesigem Gejohle erreichte er das andere Ufer. Vor unserem Bus war noch ein Dritter, der gleich beim Ausscheren stecken blieb. Alle Passagiere aus unserem Bus waren laengst ausgestiegen, als unser Bus sein Glueck versuchte. Er schaukelte sich mit viel Schwung und Virtuositaet des Fahrers tatsaechlich ebenfalls ans andere Ufer. Uns blieb vor Staunen der Mund offen und nur noch ueber ebenfalls hinueber zu waten, was ein wenig nasse Fuesse einbrachte, aber keine Schwierigkeit darstellte.
Mit gut 10 Stunden Verspaetung setzten wir unsere Fahrt fort, mit der ein oder anderen noch kritischen Passage, aber ohne weitere Probleme. Einige Stunden spaeter erreichten wir eine Asphaltpiste und die Fahrt wurde ruhiger. Wir hatten in der Zwischenzeit entschieden unseren Abstecher nach Cochabamba sausen zu lassen und den Bus erst in La Paz zu verlassen. Julian regelte das ganz elegant mit dem Schaffner und nach rund 22 h erreichten wir das Busterminal in La Paz.
Noch einmal blieb uns der Mund offen als wir in diese riesige Stadt eintauchten, die sich in einem weiten Tal oder besser einer weiten Schlucht von 3200 m bis auf 4000 m erstreckt.
Mit Arthys Guesthouse fanden wir ein gutes und zentral gelegenes Hostel. Nach einer warmen Dusche und einem leckeren Abendessen ging es uns dann wieder gut. Lediglich der sintflutartige Regen und die ungewohnten Temperaturen von nicht mehr als 15 Grad machten uns etwas zu schaffen.























