Traumhaftes Wetter – der wärmste Tag des Jahres auf Vancouver Island war vorhergesagt.

Marion und Julian fahren nach dem Frühstück direkt nach Victoria. 150 km sind mir zu viel, so daß ich noch einen Stopp einbaue. Ich fahre mit dem Daypack wie gestern.

Es ist heute eine Mischung aus TransCanada Highway (mit irrem Verkehr) und einsamen Nebenstraßen. Ich habe den Tag über die Rad-App Komoot routen lassen. Gefühlt habe ich jeden Buckel zwischen Parksville und Duncan mitgenommen. Die Landschaft hier im südlichen Teil von Vancouver Island ist allerliebst, so ein bisschen „Allgäu am Meer“.

Am Ende wurde es dann richtig stressig, da mir alle Wunschadressen ein freundliches „fully booked“ entgegneten.

Nach ca. 10 Anrufen ging die Tür auf, ist zwar ein klassisches Motel nicht allzuweit vom Highway entfernt, aber okay. Glück gehabt, beim Einchecken erzählt mir der Typ, dass er just ein paar Minuten vor meinem Anruf ein Storno bekommen hat, ansonsten ist die Bude auch ausgebucht.

Morgen Nachmittag werde ich in Victoria eintreffen, dann ist quasi mein Kanada-Teil dieser Tour abgeschlossen.

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Eine tolle Location hatte Julian hier in Campbell River gebucht. Ein gutes Frühstück auf der Sonnenterrasse und exzellentes Bikewetter.

Zum ersten Mal auf dieser Tour ganztägig in kurzer Hose und kurzärmeligem Trikot. Ein Genuss, dazu nur 1 bis 2 Kilo Daypack am Rad – das war wie Fliegen.

Der Mittelteil hier auf Vancouver Island ist total lieblich, sehr viel Grün und ganz viele Blumen und Blüten. Immer wieder durchfahre ich kleine Ortschaften und hat jeder Ecke gibt es Kaffee und etwas zu Essen. Der totale Gegensatz zu manchen Tagen in den letzten Wochen.

Mehr als zwei Drittel der Strecke ging es mehr oder weniger unmittelbar an der Strait of Georgia entlang, zwar nicht das offene Meer, aber ein riesiges Inlet. Marion und Julian holen mich nach 80 km ein -Zeit für eine Kaffeepause.

Also insgesamt ein perfekter Radtag, der jetzt in Parksville im Beachclub Resort endet und sicher von einem leckeren Abendessen gekrönt wird.

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Eine große Herausforderung – wenn ich Marion und Julian heute in die Arme nehmen möchte – dann muß ich 160 km und rund 1500 Höhenmeter fahren.

Insofern war ich nicht böse, dass irgendwelche Vögel heute morgen gegen 5:00 Uhr auf meinem Zelt herumgeturnt sind.

Gottseidank war die Nacht ohne Regen, also alles eingepackt, kleines Notfrühstück (Tee und Cracker) und um 6:00 Uhr auf die Piste.

In 30 km kommt der Ort Woss (250 Ew.) da gibt es eine Tankstelle und es soll auch ein Lokal geben.

So war es auch, allerdings macht das Lokal, eher Spelunke, erst um 11 Uhr auf. Also Kaffee und Muffin an der Tanke, die erste Enttäuschung des Tages, hatte ich doch die Phantasie von zwei Spiegeleiern mit Bacon und Toast. Mal sehen wie es weitergeht.

Ja in der Tat es wurde der erwartete harte Radtag – aber wenn die Familie keine Motivation ist was dann.

Kurz nach acht Uhr war ich in der Painters Lodge in Campbell River und konnte meine Lieben in die Arme nehmen. Klar dass es viel zu erzählen gab an diesem Abend.

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Vom Fährterminal sind es ca 10 km bis in das Städtchen Port Hardy. Ich erledige einige Einkäufe und mache mich auf Vancouver Island auf den Weg nach Süden.

Regenwald ohne Regen geht nicht und so fängt es sehr bald zu sprühen an. Mal stärker, mal weniger stark. Der Unterschied zu den Regentagen weiter nördlich ist die Temperatur, es hat um die 15 Grad.

Gegen 20:30 Uhr beginne ich nach einem Übernachtungsplatz Ausschau zu halten, hier auf Vancouver Island ist es um 22 Uhr wieder finster.

Etwas unterhalb des Island Highways finde ich direkt am Nimpkish Lake ein ordentliches Plätzchen.

Ein Pärchen aus Nanaimo, die in der Nähe mit einem Trailer stehen, erzählt mir, dass hier in den Sommerwochen die Hölle los ist, da der See (ca. 30 km lang) hervorragende Wind- und Kitesurfbedingungen hat.

Um 22:00 Uhr bin ich im Schlafsack. Ich will morgen zeitig weiter in Richtung Campbell River.

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Heute geht es endlich weiter. Um 20:00 Uhr startet mein Schiff auf die B.C. Inside Passage nach Port Hardy.

Habe lange geschlafen – beim Frühstück mit einem australischen Pärchen geschwätzt.

Mary vom Eagle Bluff ist total nett. Ich kann mein ganzes Gerödel im B&B lassen bis heute Abend.

Vor der Tür treffe ich Stefan und Rainer, zwei deutsche Radler, die auch in Anchorage gestartet sind, von Ihnen hatte ich schon gehört. J.R. hatte sie auf seinem Heimweg getroffen und Liz und Charlie waren auch mit ihnen zusammen ein Stück gefahren.

Wir schwätzen im Cowpuccino ein bisschen und dann machen sich beide auf den Weg. Sie wollen Richtung Banff und später auch weiter an die US-Küste und bis Las Vegas. Zeitraum bis September.

Gönne mir noch ein wenig Sushi an der Waterfront. Der Nachmittag versinkt im Regen von Prince Rupert, so dass ich sehr froh bin die Zeit bis zur Fähre im Eagle Bluff trocken überbrücken zu können.

Gegen 5 p.m. werde ich mich in voller Regenmontur auf den 5 km langen Weg zum Fährterminal machen.

Die Aussichten morgen Nachmittag in Port Hardy sind ein bisschen besser.

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