Gestern hatte ich mir überlegt, dass ich morgen an meinem Geburtstag gerne auf Hemingways Spuren wandeln könnte und im Café Iruna in Pamplona eine Flasche Wein trinken möchte. Das bedeutete für heute so nahe an Pamplona heranzufahren, dass ich am 8.6. einen sehr reduzierten Radtag habe. Gesagt getan, ich bin in Viana gelandet, einem malerischen Bergdorf in Navarra und noch ca. 75 km von Pamplona entfernt. Heute habe ich mir mal zur Abwechslung ein sehr ordentliches Privatquartier genommen.
Category: 2010 EUROPATOUR
Der kastilische Windgott war gestern mein Freund, er hat mich 150 km durch diese einmalige Landschaft geschoben. Irgendetwas habe ich falsch gemacht, heute Nacht hat er schon mächtig an meinem Zelt gerüttelt. Heute am Sonntag hat er sich dann komplett gegen mich gewandt, 100 km hart und kalt in mein Gesicht geblasen. Das hätte nicht sein müssen, zumal ich die gleiche Richtung gefahren bin wie gestern auch. Na ja, ich bin dann irgendwann in Burgos angekommen, das ist die Stadt mit dieser wahnsinnigen Kathedrale. Ich bin im gleichen Hotel El Cid abgestiegen, wie vor 2 Jahren, als ich mit Richard Kampfmann den Jakobsweg gefahren bin. Es ist plötzlich mächtig kalt geworden, am Freitag saß ich noch um Mitternacht in Zamora auf der Plaza und heute muß ich meine maximale Ausrüstung anziehen.
Am 26.4. als Lehrer in Pension gegangen, ist er am 1.5. von Köln aus gestartet, bummelt jetzt weiter durch Portugal um sich im Juli dann mit seiner Frau in Santiago zu treffen. Wir haben ausführlich bei einem Bier auf dem Zeltplatz El Eden in Carrión gefachsimpelt. Ein erfahrener Radfahrer von dem ich einiges Interessantes erfahren habe. Gute Reise weiterhin. 
Gute Strassen, guter Wind und gute Beine haben mich heute durch die kastilische Hochebene fliegen lassen. Nachdem ich morgens im Parador mich mächtig beschwert hatte (Zimmer zu laut und defekte Air condition) habe ich einen mächtige Verbilligung auf den viel zu teuren Zimmerpreis erhalten. Es ist hier alles viel mehr noch grün als vor 2 Jahren, als ich mit Richard Kampfmann den Jakobsweg gefahren bin. Wunderschöne Bilder immer mit riesigen Flächen roten Mohnes durchsetzt. Am Horizont die kantabrischen Berge. Sehr eindrucksvoll. Kurz vor Carrión de los Condes erreiche ich den Jakobsweg. Gerne hätte ich in dem herrlichen Klosterhotel übernachtet, leider machen mir die Gäste von drei Hochzeiten einen Strich durch die Rechnung. Ich Lande auf einem ordentlichen Zeltplatz und Ruck/Zuck steht mein supergutes Vaude-Zelt aus dem Hause Schädlich.
