Aus Porto bin ich relativ gut, trotz morgendlichem Gedrängel, hinausgekommen. Auf Berge hatte ich mich eingestellt, ab Amarante war es dann aber schon heftig (der Taxifahrer hatte nicht ganz unrecht). Am Ende waren es fast 2100 Höhenmeter heute und das mit den gut 25 kg hintendrauf, das geht schon in die Beine, aber ich hatte ja auch ein paar freie Tage in Porto. Gerade als ich keine Lust mehr hatte und sich ein „Hungerast“ ankündigte, hat mir das Universum (Anlehnung an Hape Kerkeling) das Pousada do Marãos geschickt. Eigentlich wollte ich nur wissen, wie lange es bis Vila Real noch bergauf geht. Pousadas sind die portugiesischen Varianten der
spanischen Paradores, also exklusive Hotels in ehrwürdigen
Gebäuden und bester Lage. Ich denke mir, verdient hast du dir das
ja, nach der Plackerei bergauf. Also frage ich den Meister nach
seinem besten Preis für einen müden Radfahrer (bis 100€ war ich insgeheim entschieden). Als er 50 Euro sagt werde ich sein Kunde. Jetzt sitze ich im eleganten Restaurant und lasse es mir gut gehen. Der Clou dabei ist, dass ich mit Blick ins Tal, die letzten 5 Kilometer meiner Bergauffahrt herrlich einsehen kann, das ist doppelter Genuß.
In Amarante hatte ich mal wieder das Problem dass ich auf die Autobahn auffahren müsste, das habe ich mich nicht getraut und bin ins Zentrum hinabgefahren. Dort traf ich dann auf einen Taxifahrer, der über 10 Jahre in Stuttgart gelebt hatte und der noch richtig schön schwäbelte, der erklärte mir dann den Weg ohne Autobahn, erklärte mir aber auch, dass kein Mensch diesem Weg mit dem Fahrrad fährt. 35 km bergauf und dann 10 hinab nach Vila Real.

Der südlichste Punkt war Tarifa, der westlichste ist Porto und der östlichste ist Goldbach. Dazwischen liegen mit ganz breitem Daumen gerechnet gute 2500 km. Dafür gilt es jetzt ab morgen die Richtung nach Nordost einzuschlagen. Heute konnte ich nicht ohne Radfahren sein, nachdem ich das Rad geputzt und für die nächsten Tage präpariert hatte bin ich ohne Gepäck ein bisschen durch Porto gerollt, ein Stück am Duero hinaus bis zur Mündung und an den langen Stränden der portugiesischen Atlantikküste entlang.
Nach dreizehn Tagen auf dem Rad nehme ich mir eine Auszeit hier in Porto. Das Hotel ist ein Traum. Ich werde mich maximal ausschlafen, meine Ausrüstung auf Vordermann bringen (Wäsche waschen lassen und mein Rad ein bisschen pflegen) und natürlich Porto, die Stadt an der Dueromündung in den Atlantischen Ozean (zu Fuss) erkunden.
Vielleicht wundert sich der eine oder andere, warum sagt der nie etwas zum Wetter. Die Antwort darauf, zu etwas was seit 13 Tagen sensationell gut ist (Ausnahme Wind) gibt es nichts zu sagen.
Jetzt ist „Blog-Pause“ bis Dienstag. Ich melde mich dann wieder von unterwegs.






