Ein kurzer Plausch während der Mittagsrast in Castrojeriz. Der sportliche junge Mann ist am 9. Mai in Cluny gestartet mit Ziel Santiago. Hat auch schon gut 1600 km auf der Uhr. Interessante Variante mit dem Anhänger. Gute Reise weiterhin für den Mann aus Euskirchen. 
Am 26.4. als Lehrer in Pension gegangen, ist er am 1.5. von Köln aus gestartet, bummelt jetzt weiter durch Portugal um sich im Juli dann mit seiner Frau in Santiago zu treffen. Wir haben ausführlich bei einem Bier auf dem Zeltplatz El Eden in Carrión gefachsimpelt. Ein erfahrener Radfahrer von dem ich einiges Interessantes erfahren habe. Gute Reise weiterhin. 
Gute Strassen, guter Wind und gute Beine haben mich heute durch die kastilische Hochebene fliegen lassen. Nachdem ich morgens im Parador mich mächtig beschwert hatte (Zimmer zu laut und defekte Air condition) habe ich einen mächtige Verbilligung auf den viel zu teuren Zimmerpreis erhalten. Es ist hier alles viel mehr noch grün als vor 2 Jahren, als ich mit Richard Kampfmann den Jakobsweg gefahren bin. Wunderschöne Bilder immer mit riesigen Flächen roten Mohnes durchsetzt. Am Horizont die kantabrischen Berge. Sehr eindrucksvoll. Kurz vor Carrión de los Condes erreiche ich den Jakobsweg. Gerne hätte ich in dem herrlichen Klosterhotel übernachtet, leider machen mir die Gäste von drei Hochzeiten einen Strich durch die Rechnung. Ich Lande auf einem ordentlichen Zeltplatz und Ruck/Zuck steht mein supergutes Vaude-Zelt aus dem Hause Schädlich.
Heute war mal wieder wirklich flüssiges Radfahren möglich. Normale Anstiege und normale Abfahrten. Die ehemalige Grenze zwischen Spanien und Portugal liegt zwar tief unten in einer Dueroschlucht, aber gemessen an den letzten 3 Tagen dann doch eher easy. Die letzten 20 km bis Zamora waren wieder ein bisschen hektisch auf der Nationalstrasse, die Spanier sind schon etwas „kranke“ Autofahrer. In Zamora angekommen bin ich zielsicher ins Paradorhotel gefahren. Die nächsten Tage ist „Busch“ angesagt, da wollte ich mir schon was gönnen. Im Moment sitze ich bei noch immer fast 30 Grad um halb elf, wie hunderte von Spaniern beim Abendessen und lasse mich verwöhnen.
Morgen verlasse ich Portugal. Ich bin jetzt 900 km durch dieses Land geradelt und habe dabei fast 8000 Höhenmeter bewältigt. Ein wunderschönes, nach unseren Maßstäben sicher armes Land. Ich kann nur empfehlen bereist mal dieses Land, es geht auch mit dem Auto oder Wohnmobil, esst in den einfachen Restaurants an der Straße und lasst euch auf diese Menschen mit einer für uns sehr schwierigen Sprache ein. Ich habe fast nur sehr hilfsbereite und sympathische Menschen kennengelernt (sh. Schutzengel). Wenn ihr dabei nach Mogadouro kommt, so müsst ihr im Restaurante Estoril einkehren, der Wirt macht Steaks am offenen Feuer, die packst du selbst als ausgehungerter Radler nicht. Der Höhepunkt war dann noch ein gigantischer Sonnenuntergang vom Castelo aus, so etwas gibt es nur im Süden dieses Kontinents.