Ich wache früh auf – intensives Vogelgeschnatter weckt mich – gut ausgeruht packe ich meine Ausrüstung und verlasse den CP gegen 8 Uhr.

Gleich zu Anfang geht es ziemlich heftig aus dem Tal der Elbe hinauf – entschädigt werde ich mit einer schönen Strecke durch eine Landschaft mit vielen Gestüten – überall stehen Pferde auf den Weiden.

Nach rund 40 km erreiche ich Pardubice, eine Stadt mit knapp 100‘ Einwohnern in Ostböhmen, bekannt für sein Renaissance-Schloss.

Viele Radfahrer und Skater sind bei bestem Wetter auf beiden Seiten der Elbe unterwegs. Mein Weg geht jetzt nach Norden in Richtung Hradec Králové (dem früheren Königgrätz).

Es sind Gewitterwolken aufgezogen am Rande des Riesengebirges – es regnet auch ein wenig an diesem heißen Sonntag – mein Fahrradthermometer zeigt 35 Grad an. Ich fahre quasi hinter dem Regen her und beende den Radtag in Jaroměř.

Morgen geht es ins Riesengebirge hinauf in Richtung Jelenia Góra. Habe ziemlichen Respekt vor den Anstiegen – es wird von Jahr zu Jahr konditionell etwas schwieriger.

88 km – Lhota – Tynec nad Labem / Gesamt-km: 148 km

Richtig tief und fest geschlafen – gegen 1/2 7 wecken mich die Vögel – Einpacken geht flüssig – mache mir einen gepflegten Espresso auf meinem kleinen Balkon.

Bis zur Elbe fahre ich 15 km auf gut befahrbaren Waldwegen um später auf dem Eurovelo 4 weiter Richtung Osten zu fahren.

Immer wieder komme ich dabei auf sehr schmale Uferwege – manchmal nur noch Treidelpfade – mit schlechtem Untergrund. Eigentlich ganz romantisch – halt nur mit dem schweren und ungefederten „Blauen Elefanten“ ziemlich ungemütlich.

Gegen Mittag esse ich in dem kleinen Städtchen Nymburk – das schöne Pfingstwetter hat die Restaurants und Lokale am Elbufer gut gefüllt.

Ich entscheide mich vorerst weiter der Elbe zu folgen und steuere in Tynec nad Labem einen Campingplatz an.

Ziemlich rustikal – vor allem die Dusche – ein kleines, gut besuchtes Restaurant sichert mein Abendessen – mit einem gepflegten tschechischen Bier und einem Becherovka höre ich mir das Pokalendspiel im Radio an.

Der erste Tag war maximal schlecht – ohne Schlaf am Freitag Vormittag in der brodelnden City von Prag einen gut sortierten Elektrohändler gesucht – falsches Ladekabel eingepackt.

Später Irrfahrt in Prag – ich kam einfach nicht auf die andere Seite des riesigen Prager Bahnhofs.

Irgendwann gegen 14 Uhr war ich endlich auf meiner Route – heftige Rampen rauf und runter – immer wieder verfahren (einfach müde und unkonzentriert).

Das gekaufte Kabel hat dann doch nicht wirklich mein IPhone über den Nabendynamo unterstützt. Resultat: gegen 18 Uhr war mein Telefon leer.

Nach der langen Nacht in den Zügen war ich auf der Suche nach einem Bett – hatte keine Lust auf Zelt.

Die Rettung/Lösung war eine überraschend aufgetauchte nette Kneipe – IPhone an den Strom – und zwei sehr nette tschechische Paare, die für mich die Umgebung nach einem Bett abtelefoniert haben.

Gegen 20:30 Uhr habe ich todmüde weit ab in einem kleinen Dorf im „Hotel Bor“ – sehr einfach – ein Quartier gefunden. Dank an die tapferen Helfer.

Nach Dusche und kurzem Auspacken bin ich auch schon in einen Tiefschlaf gefallen.

Wenn alles klappt starte ich am 21. Mai nachts mit dem Zug (5x umsteigen) nach Prag – der „Blaue Elephant“ und ich wollen mal wieder eine kleine Tour im benachbarten Ausland fahren. Es gibt keine fest geplante Route – ich lasse das mal auf mich zu kommen – abhängig von Wetter und mentaler Stärke denke ich so an eine max. 1000 km Runde.

Das Equipment habe ich schon mal weitgehend zusammengestellt – heute mal Probe-Packen, die letzte lange Tour ist 15 Monate her.

21. Mai 2026

Gegen 20:00 Uhr mache ich mich auf den Weg. Der erste Zug von Aschaffenburg wurde gleich zum Problem – trotz großzügiger Umstiegszeit – habe ich den ICE von Frankfurt nach Leipzig haarscharf erreicht.

22. Mai 2026

Gegen 1:00 Uhr war ich in Leipzig und musste drei lange Stunden am Hauptbahnhof überbrücken.

Am 12. Februar 2025 fliege ich nach San Diego – der Plan ist rund 2500 km durch die Staaten California, Arizona, New Mexico und Texas nach Austin zu fahren.