Es ist ein tolles Gefühl wieder in heimische Bereiche zu kommen. Hier vom Eisernen Steg bin schon bis nach Hause gelaufen (als ich noch läuferisch fit war). Jetzt freue ich mich maximal auf meine Frau und auf zu Hause.
Mein letzter Stopp vor Goldbach. Ich sitze auf der Hotelterrasse direkt am Rhein und versuche zu verstehen, dass morgen nach 40 Tagen Zigeunerleben auf der Straße wieder „normales Leben“ beginnt, ja nicht ganz weil mein selbstbestimmender Zeitfaktor sehr hoch bleibt, aber häusliche Ordnung kehrt wieder ein. Der Chef hier im Rheinhotel in Nierstein spricht zumindest schon mal wieder einigermassen heimische Sprache, habe ich jetzt lange nicht mehr gehört. Also morgen letzte Etappe und der Wettergott ist wieder auf meiner Seite.
Die Rheinauen am Morgen, toller Radweg, nur flach und kein Wind und kilometerlang unmittelbar am Fluß entlang. Das ist der berühmte Orgasmus für die Seele. Radfahren in Deutschland macht auch Spaß.
Deutschland hat mich wieder. Nach 38 Tagen und über 3700 km auf südwesteuropäischen Straßen aller Art musste ich vom Rheinufer hochfahren (wegen Hochwasser) und befand mich auf einer deutschen Straße. Gleich der erste Autofahrer gab mir durch agressives Hupen zu verstehen „du bist nur ein Radfahrer“. In den ganzen Wochen vorher wurde zwar auch mal gehupt, aber die Vorzeichen waren anders. Egal ich bin wieder in der Heimat und demnächst dann auch wieder in Goldbach. Jetzt habe ich erstmal Quartier bezogen, um das Spiel gegen Ghana in Ruhe zu sehen.

