Um 6:30 Uhr sitze ich im Zug zum Flughafen nach Frankfurt – rund 18 Stunden via München liegen vor mir auf dem Weg nach San Diego.

Mittlerweile ist es fast Mittag und in Kürze steige ich hier in München ein – 12 Stunden Flug bis San Diego.

Flug war perfekt im A 350 – 1 Stunde schneller als der Plan – leider stehen wir jetzt auf dem Rollfeld in San Diego – im kalifornischen Regen und „verdaddeln“ die gewonnene Zeit.

Hat ein Weile gedauert bis wir am Gate waren – Fahrrad, Gepäck und Immigration ebenfalls – in der Ankunftshalle werde ich erwartet.

Alles im Pick-Up von Cliff verstaut und in der Rush-Hour fahren wir ca. eine Stunde zu meinen Gastgebern.

Bei einem gemeinsamen Abendessen lernen wir uns ein bisschen kennen und besprechen die nächsten Tage.

Ich muss einige kleinere Einkäufe tätigen und mein Rad und die Ausrüstung klarmachen.

Nach deutscher Zeit gegen 6 Uhr morgens – also ziemlich genau 24 h seit Goldbach – ist Zeit für mich ins Bett zu gehen.

Cliff und Ellen meine Gastgeber hier, etwa eine Stunde nordöstlich von San Diego, kümmern sich rührend um mich.

Cliff ist der Bruder von Matthew aus East Dubuque, der mir mit seiner Frau Leisa 2022 am Mississippi beim Verlust meiner Papiere sehr geholfen hat.

Daraus hat sich eine internationale Freundschaft entwickelt.

Ich nütze den Vormittag und packe mein Fahrrad aus – mache es in Cliff‘s perfekt eingerichteter Garage startklar. Der Blaue Elephant hat den Transfer nach Kalifornien unbeschadet überstanden.

Sortiere meine Ausrüstung und fahre später mit Ellen einige Einkäufe erledigen.

Seit zwei Tagen regnet es hier – teilweise stark – es ist der erste Regen seit vielen Wochen. Ab Samstag ist wieder kalifornischer Sonnenschein zu erwarten.

Morgen ist noch entspanntes Vorbereiten angesagt – am Samstag verlasse ich die Beiden in Richtung Ozean.

Heute ist quasi mein abschließender (vorbereitender) Ruhetag.

Entspannter Start in den Tag. Ellen und Cliff haben während des Tages diverse Termine.

Ich verstaue den größten Teil meiner Sachen in den Ortlieb-Taschen.

Der Regen hört – wie angekündigt – auf und ich fahre eine kleine Runde durch Poway – bringe ein paar Postkarten auf den Weg und genehmige mir ein Stück Kuchen in einem Coffee-Shop.

Poway liegt im San Diego County und hat rd. 50‘ Einwohner.

Heute Abend haben meine Gastgeber einige Freunde zu einem kleinen Dinner „zu meinen Ehren“ eingeladen.

In Kürze starte ich hier von Poway an den Strand von San Diego – das sind knappe 50 km und ein erstes Einrollen.

Herrlicher Sonnenschein – mäßiger Wind – im Schatten ziemlich frisch. Es geht gleich ein paar mal fröhlich auf und ab, da muß ich mich erst wieder an die Last gewöhnen.

Eine gute Stunde bin ich auf einem exzellenten Bike-Path gefahren – etwas laut da direkt neben der Interstate – aber entspannt zu fahren.

Irgendwann kam ein rund 200 Höhenmeter langer Aufstieg – da war ich nicht wirklich locker.

Es hat sich gelohnt – plötzlich über der Höhe war der Pazifik zu sehen und es ging mindestens 300 Höhenmeter steil hinab.

In La Jolla war der Teufel los, Samstag und Traumwetter – eine Mischung aus Einheimischen, Surfern und Touristen.

15 km am Ozean lang – mehr kann man am Tag 0 nicht erwarten.

Nach einem kleinen Lunch bin ich um kurz vor 3 pm an meinem AirBnB angekommen, von außen so ein bisschen na ja – aber innen absolut erstklassig.

Alles neu sortiert – herrlich warm geduscht – wird es die nächsten Tage nicht immer geben und ein bisschen Pause.

Später werde ich mit dem UBER nach DownTown fahren und mir die Beine ein wenig vertreten.

San Diego ist die „Craftbeer-Stadt“, da genehmige ich mir eines.

Ich habe mich in dem AirBnB im Stadteil Pacific Beach sehr wohlgefühlt – gut ausgeschlafen verlasse ich kurz nach 7 Uhr das Haus.

Zwei km radeln und ich bin an der Küste – um diese Uhrzeit sind hunderte von Leuten unterwegs – joggen, surfen und spazieren gehen steht hoch im Kurs in San Diego.

Gönne mir ein opulentes Frühstück im Café Kono – die „Line“ bei der Bestellung ist ziemlich lang – aber das Warten hat sich gelohnt. Mit Blick auf den tosenden Pazifik zu frühstücken ist schon fantastisch.

Eine halbe Stunde radle ich an der Küste entlang zum „Point Zero“. Ein kurzer „wheel-dip in the water„ und dann starte ich meinen Southern Tier 2025 – rund 2500 km bis Austin/TX.

Wie erwartet wird es ein sehr harter Radtag – bei besten Wetterbedingungen verlasse ich San Diego nach Osten – mein Komoot-Track passt nicht richtig mit der offiziellen ACA-Karte zusammen und ich fahre einige Umwege.

Irgendwann beginnt die Kletterei; mit dem schweren Rad wird es bei Steigungen über 5% sehr herausfordernd.

Ein Highlight war der ca. 8 km lange und eher flache Father Junipero Serra Trail.

Ich quäle mich maximal für Tag 1 – bin kurz vor einem Hungerast und rolle mit dem Sonnenuntergang (17:33) vor meine Bleibe für diese Nacht. Um 18 Uhr ist es hier stockdunkel um diese Jahreszeit.

Alpine liegt auf gut 500 Meter – der höchste Punkt in den folgenden Tagen ist die Tecate Divide auf knapp 1300 hm – die Plackerei geht also morgen weiter.

Die Belohnung für heute.