MRT 2023 – Vorbericht 08.05.

Heute sind die letzten Nacharbeiten des CityLaufes abgeschlossen und ich kann mich auf die morgige Abreise vorbereiten. Das meiste Equipment ist in Minneapolis vor Ort – ich fliege morgen via Chicago nach Minneapolis – gegen Mitternacht unserer Zeit werde ich wieder am Mississippi sein.

Ich freue mich Kate, Dan und die beiden Jungs wieder zu treffen. Die folgenden zwei Tage werde ich mich mit Fahrrad und Equipment und einer sinnvollen Packlogik für die nächsten Wochen auseinandersetzen.

Ich bin in den vergangenen vier Monaten kaum auf dem Rad gesessen, so dass ich schon ziemlich Respekt habe vor dem Start in Richtung New Orleans am Ende der Woche.

MRT 2023 – 9.5.2023 – Anreisetag

Nach rund 18 Stunden (Haustür – Haustür) bin ich gegen Mitternacht deutscher Zeit bei Kate und Dan in Minneapolis angekommen.

Mit dem ICE zum Fernbahnhof und via Chicago nach Minneapolis. Alles ziemlich entspannt – lediglich die drei Stunden Umsteigezeit in Chicago waren knapp – ich habe tatsächlich 2:45 h davon gebraucht. Erst ca. 1 km Fußmarsch zur Border Control, dann eine unendliche Schlange an der Immigration, Gepäck holen und durch den Zoll, Re-Check des Gepäcks auf den Inlandsflug – Terminalwechsel und erneuter TSA-Check auf den Inlandsflug – nochmal ein langer Weg zum Gate – dort war dann das Boarding schon ziemlich fortgeschritten.

Jetzt erstmal ankommen im „zarten Frühling“ hier in der Stadt – ist noch garnicht solange her, der letzte Schnee, haben Kate und Dan mir erzählt.

Ziemlich müde bin ich gegen 3 Uhr (MESZ) ins Bett gegangen. Einigermaßen ausgeschlafen mit der Familie in den Tag gestartet. Erstmal eine Runde mit dem Hund Chewey nach dem Frühstück durch die „neighborhood“ gedreht, die Natur erwacht nach einem langen Winter hier im Norden der Vereinigten Staaten.

Meinen „Blauen Elefanten“ nach 10 Monaten begrüßt und das komplette Equipment grob sortiert.

Eine kleine Runde mit Kate mit dem Rad gefahren. Einige kleinere Besorgungen dabei erledigt – vor allem Ersatz für meine „zerbissenen Havaianas“ beschafft. Greg, der junge und neue Hund bei Buhrs hatte sich als Willkommensgruß sehr intensiv damit beschäftigt.

Sehr leckeres Abendessen im Northbound, da waren wir schon zweimal im vergangenen Jahr und zum Abschluss ein Fußballspiel mit Miles besucht. Sein Team hat sich im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert.

 

 

Mein zweiter Tag in Minneapolis – der Jetlag klingt ab.

Nach dem morgendlichen Spaziergang mit Chewy stehen heute einige abschließenden Besorgungen an und ein wichtiger Termin beim Friseur.


Für die rund 50 vor mir liegenden Tage auf dem Rad und vermutlich vielen Nächten im Zelt lasse ich mir bei „Great Clips“ die Haare ganz kurz schneiden.

Zum Lunch treffe ich mich mit Kate und Dan in einem netten kubanischen Café um die Ecke, wo wir auch im vergangenen Jahr einige Male schon waren. Im Verlaufe des Nachmittags sortiere ich meine Ausrüstung und packe die Taschen. Ich habe das schon so oft getan, trotzdem dauert es bei jeder Tour ein paar Tage bis alle Dinge ihren richtigen Platz haben.

Nach dem gemeinsamen Abendessen machen wir eine abschließende Stadtrundfahrt – mit einem wunderbaren Abendhimmel verabschiedet sich Minneapolis von mir.

Morgen im Laufe des Vormittags starte ich tatsächlich meine Mississippi-Tour 2.0. Ich spüre eine freudige Erwartung und gleichzeitig großen Respekt vor den kommenden Tagen auf dem Rad. Ich bin fest entschlossen, die erste Woche sehr entspannt zu beginnen.

MRT 2023 – 12.05. – Fr – Tag 01

Minneapolis – Afton State Park —> 54 km

Frühstücke mit Dan und gehe nochmal mit Chewy eine Runde. Hole meinen „Blauen Elefanten“ aus der Garage – große Freude – das Hinterrad ist platt.

Nehme einen neuen Schlauch – gegen 10:30 Uhr startet also die Missippi-Tour 2.0. Es ist bewölkt, etwas windig, so um die 20 Grad – sehr gute Bedingungen.

Die ersten fünfzehn Kilometer bis St. Paul kenne ich noch aus 2022. Minneapolis hat ein vorbildliches Radwegenetz und die Autofahrer sind sehr rücksichtsvoll.

 

Es wird hügelig und da merke ich schon deutlich, dass mir etwas „die Körner“ fehlen. Komplett beladen und mit Flüssigkeit wiegt der „BE“ seine rund 50 kg und ich habe locker mindestens 3 Kilo mehr als im Vorjahr.

Nach ca 40 km merke ich dass mein Hinterrad zu schwimmen anfängt – der Reifen wird wieder platt. Ich habe keine große Lust den Platten zu flicken. Etwas oberhalb der Straße ist ein großes Anwesen und ich frage, ob sie einen Kompressor haben. Carl – der sehr nette Eigentümer versorgt mich und ich fahre mit mulmigem Gefühl weiter.

Ich habe noch rund 12 km bis zum Afton State Park – nach 6 km bin ich wieder platt – gleiches Spiel, gehe in den nächsten Hof und bekomme wieder geholfen.

Mittlerweile bin ich ziemlich am Anschlag, da es immer wieder kurze steile Rampen hochgeht. Diesmal reicht die Luft bis an das Visitor Center – checke auf der Campsite ein und schiebe dann das Rad ein knappe Meile zu meinem Platz. Sehr schön gelegen – rustikal – Dusche ist nicht.

Baue mein Zelt auf, sieht ein bisschen nach Regen aus – kümmere mich um den Platten, dann habe ich hoffentlich den „Übeltäter“, einen winzigen Dorn im Mantel entdeckt.

In Summe war es deutlich anstrengender als gedacht – 500 hm am ersten Tag wollte ich mir eigentlich nicht geben.

Freue mich jetzt auf guten Schlaf im Zelt.