9.8. Kaltene / Lettland – Tag 24 – km 2002

Im Verlaufe des Nachmittags wurde es dann zunehmend einsamer, je weiter ich mich in Richtung Kap Kolka bewegte.

Bei einer kurzen Unterstellpause wurde ich von einer netten Russin mit einer warmen Tasse Tee versorgt und mit Händen und Füßen erklärte sie mir, dass sie auch leidenschaftlich Rad fährt. Ich musste selbstverständlich das Rad entsprechend begutachten.

Gegen 20 Uhr mache ich Schluß für heute ungefähr 30 km vor der Nordostspitze bei Kolka.

Mein Zelt steht unmittelbar an der Wasserkante und alles deutet auf einen gemütlichen Tagesausklang hin.

Leider beginnt es jetzt gegen 22 Uhr wieder mächtig zu regnen und hat bis jetzt, es ist mittlerweile 9 Uhr morgens, nicht aufgehört. Ich sitze jetzt erst mal fest hier. Ein Zeltabbau und komplettes Umziehen mit Fahrrad aufpacken ist im Moment nicht drin, ohne total abzusaufen. Bleibt nur eine Möglichkeit – abwarten und auf Besserung hoffen.

Gegen 10 Uhr habe die ganze nasse Sch… eingepackt und mich dazu, denn es ist auch noch mächtig kalt geworden und bin losgeradelt.

Und es ist nicht zu glauben ganze 5 km weiter liegt ein für hiesige Ansprüche nettes kleines Hotel. Da sitze ich nun, frühstücke erstmal was und gönne mir reichlich Kaffee. Keine Ahnung ob und wie weit das heute geht.

 

Der morgendliche Weg aus Riga hinaus war relativ problemlos, abgesehen von einer ca. 100 m langen Trageeinlage durch eine Baustelle.

Jūrmala ist quasi der Hausstrand von Riga und erstreckt sich über ca. 25 km an einem endlosen Strand entlang. Im Sommer ist die Region hier fest in russischer Hand. Hier wurde und wird gigantisch investiert in Immobilien entlang der „millionairs row“. Nur getrennt von einem Kiefernwäldchen liegen die Immobilien quasi unmittelbar am Strand.

Bei einem Zwischenstopp fand der „Blaue Elephant“ großes Wohlgefallen bei einer Kindergruppe, vor allem mein GPS Gerät interessierte sie ungeheuer.

Mein Weg führt mich jetzt die lettische Küste hinauf nach Norden bis zum Kap Kolka. Dort wird es dann wieder sehr einsam werden.

 

 

 

7. + 8.8 Riga / Lettland – Ruhetage

Auf den ersten Wurf hat sich mir Riga nicht erschlossen. Es ist nie ganz einfach in eine neue große Stadt zu kommen und gleich den Rhythmus aufzunehmen. Die hier viel deutlicher spürbare russische Mentalität, im Vergleich zu Tallinn, macht es mir nicht ganz so leicht.

 

 

Heute am zweiten Tag ging das relativ gut. Ich habe in einer sehr sympathischen Atmosphäre gefrühstückt und mir dann Stück für Stück die Stadt erschlossen. Höhepunkt dabei war sicherlich das Treffen mit einigen rotarischen Freunden vom Rotary Club Riga Baltic und der anschließende Bummel durch wunderschöne Straßen mit Jugendstilhäusern.

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Ich denke, dass ich so ziemlich alles was man in zwei Tagen sehen kann, gesehen habe. Der Vorabenddrink im 26. Stock eines großen Hotels hat den Überblick natürlich perfekt abgerundet. Zum Abendessen habe ich mir das lettische Nationalgericht „Pelmeni“ gegönnt und hintendrauf noch einen echt kräftigen „Schwarzen Balsam“, das ist so eine Art „Rigaer Sechsämtertropfen“. Insoweit ist alles wirklich gut, morgen geht es weiter, allerdings macht das Wetter einige Kapriolen, so dass wohl mit der Regenkluft gefahren werden muss.

 

 

 

6.8. Riga / Lettland – Tag 21 – km 1860

Genau zum Ende meiner dritten Reisewoche bin ich heute in der lettischen Hauptstadt Riga eingetroffen. Ich habe mir ein Zimmer direkt in der Altstadt besorgt, so daß ich viele Dinge fußläufig machen kann.

Die Einfahrt in große Städte mit einem vollgepackten Fahrrad hat oft so ihre Tücken. Ich erreichte Riga über den beliebten Mežapark in welchem auch der Zoo ist. Von dort aus brachte mich mein Garmin 62st sicher und auf dem besten Weg an meine Bleibe.

So jetzt ist bis Donnerstag Rad-Pause und ich gönne mir auch eine Blog-Pause, lediglich ein paar Fotos werde ich sukzessive einstellen.

Quasi zur Halbzeit meiner 2012er-Tour gönne ich mir vor der Petrikirche im Herzen der Altstadt von Riga eine Zigarre und eine Flasche Rotwein, das muss heute sein !

Einige erste Impressionen aus Riga.

Red Roofs Hotel - This is my stay for 3 nights

Gerade jetzt um 23 Uhr geht hier ein maximales Gewitter herunter. Was bin ich froh, dass ich ein Dach über dem Kopf habe.

Gegen acht Uhr trinke ich zusammen mit der Vermieterin einen Kaffee und mache mich auf den Weg zu einem erneuten Transfertag, d.h. das Ziel ist möglichst weit an Riga heranzufahren, leider sind dabei viele Kilometer auf der A 1 zu fahren, dass ist die Hauptverbindung zwischen Tallinn und Riga. Die Strasse ist an vielen Stellen sehr gut ausgebaut und bietet einen Randstreifen, auf dem man ganz gut fahren kann, man muss nur die ganze Zeit höllisch aufpassen und das strengt irgendwann an.

Kurz vor drei Uhr passiere ich die ehemalige Grenze zwischen Estland und Lettland. Mit ziemlich genau 1650 km habe ich mir Estland weitgehend „erfahren“. Ich habe zwar nicht alles gesehen, aber sicher ziemlich viel, wenn ich so die einschlägige Literatur (Lonely Planet) durchblättere.

Die lettische Küste bietet viele langgezogene Strände und an einem strahlenden Sonntag wie heute ist ziemlich viel los.

Um 21:00 Uhr erreiche ich endlich Saulkrasti, der Ort ist allerdings rund 15 km lang, so dass ich an einigen guten Übernachtungsmöglichkeiten vorbeirolle, in Erwartung einer besseren Gelegenheit. Am Schluß wurde es etwas eng und ich quartiere mich in einem einfachen „Rooms for Rent“ ein, aber nachdem das Zelten im gesamten Bereich der Stadt ausdrücklich verboten ist, soll das so sein.

Morgen geht es nach Riga, der baltischen Metropole, das ist nur noch ein Katzensprung und ich werde dort bis Donnerstagmorgen bleiben. Zweieinhalb Tage Pause, ziemlich in der Mitte meiner Tour, kommen mir sehr gelegen und die Stadt ist es bestimmt wert.