Heute heißt es warten – mein Schiff geht erst um 22:45 Uhr. Aktuell liegen vier riesige Kreuzfahrtschiffe im Hafen und entsprechend drängeln sich etliche tausend Leute auf dem Broadway von Skagway.

Skagway hieß bei den Tlingits, den First Nations in dieser Region, „windiger Platz“. Zum Beweis kam gegen Mittag ein mächtiger Sturm auf. Gottseidank bin ich heute nicht auf der Piste.

Um 16:30 Uhr fahre ich mit der WP&YR, der historischen Eisenbahn, die White Pass Summit Excursion, eine maximale Touristenattraktion, da kann ich mir nochmal gut angucken, wo ich gestern hinunter gebrettert bin.

Anschließend sollte es dann Zeit zum Boarding auf die M/V Malaspina sein.

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Bin zeitig wach und verlasse die Hütte in einen bedeckten und frischen Morgen auf einer Höhe von ca. 800 Metern.

Es geht wieder munter „rauf und runter“. Die Landschaft gestern und vor allem heute ist sensationell und echt atemberaubend. Hinter jeder Biegung gibt es ein neues Panorama. Die Berge sind so ab 1500m alle mit frischem Schnee gezuckert, kein Wunder bei dem Regen gestern.

Nach 1 1/2 Stunden komme ich zu einer Suspensionbrücke über den Yukon. Alle Kreuzfahrer werden von Skagway herauf gekarrt. Ich stehe mit meinem Bike Modell für eine japanische Gruppe.

Ein schneller Kaffee und ein Sandwich und weg bin ich. Wenig später komme ich an eine 10 km lange Baustelle mit richtig Gravel. Der Verkehr wird auf knapp zwei Kilometer einspurig und alle Fahrzeuge müssen hinter einem Pilot-Car folgen. Für mich heißt das Abpacken, alles auf die Ladefläche des Fahrzeugs und ich darf mit Meghan im warmen Führerhaus sitzen. Alles läuft total entspannt und wie in Zeitlupe ab.

Auf den restlichen ca. 7 km saue ich mein Rad mächtig ein, ein Laster mit Wasser verwandelt das ganze in eine echte Dirt-Road.

Kurz danach verlasse ich Kanada und brause, nach dem ich den White-Pass (1000 m) erklommen habe, ca. 18 km hinab nach Skagway. Zwischendurch muss ich kurz anhalten um in die USA einzureisen. Völlig entspannt will der Officer alle Details zu meiner Tour wissen und schon bin ich wieder in den Staaten.

In Skagway auf Meereshöhe ist es kuschelig warm und ich suche mir zentral ein nettes B&B.

Jetzt habe ich bis 6.6. (22:45 Uhr) Zeit, dann geht die MS Malaspina mit mir auf den Alaska Marine Highway.

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Mit guten Beinen in einen sonnigen Morgen gestartet. Die letzten 28 km auf dem Alcan-Highway flogen mit leichtem Schiebewind nur so dahin. Kurz hinter Whitehorse habe ich meinen „Blauen Elephanten“ an der offiziellen Weigh-Station wiegen lassen – stolze 50 kg hat er auf die Waage gebracht.

Am Abzweig zum Klondike Highway South sind es noch 158 km bis Skagway zum Hafen. Ich war mir nicht schlüssig wie die Etappe aussehen sollte.

Nach 60 km gibt es in Conrad einen Campground – 10 km vorher liegt Carcross – ohne wirkliche Infrastruktur.

Relativ schnell wurde gegen Mittag klar, Zelten ist heute eine schlechte Option. Je weiter ich nach Süden in die Berge kam, desto häufiger wechselten kurze kräftige Schauer mit Sonnenschein ab.

Kurz hinter dem herrlichen Emerald Lake – eines der am meisten fotografierten Objekte im Yukon – bin ich ziemlich nass in die „Spirit Lodge“ zum Trocknen und Essen eingekehrt.

Da habe ich zwei Ladies getroffen, die mich etliche km vorher mit dem Auto überholt haben. Terry aus Whitehorse und Manuela aus Berlin, die ca. 35 km hinter Carcross eine rustikale Hütte bewohnt, welche Terry gehört.

Ganz spontan haben sie mir die Hütte für heute Nacht zur Verfügung gestellt, da beide heute zurück nach Whitehorse fahren und die Hütte quasi leer steht. Das Angebot habe ich gerne angenommen.

Kurz vor Carcross habe ich tatsächlich meine ersten beiden Schwarzbären am Straßenrand gesehen, als ich näher kam haben sie sich in den Wald getrollt. Es gab keine Chance zum Fotografieren.

Es wurden sehr anstrengende weitere 40 km mit langen Steigungen und ebensolchen Abfahrten entlang des riesigen Tagish Lake und richtig nass wurde ich kurz vor dem Erreichen der Hütte auch nochmal. Super cooler Spot ohne Strom und Wasser – habe den Bullerofen angeschürt und trockne jetzt meine Sachen und genieße die absolute Ruhe hier.

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Beim Aufwachen war es ziemlich bewölkt und es sah kalt aus. Meine eigene Vorgabe war – ich gehe erst aus dem Haus, wenn das Thermometer 12 Grad Celsius erreicht. Gegen 11 Uhr bin ich gestartet. Mein AirBnB liegt in Porter Creek einer netten Neighborhood in Whitehorse, allerdings oben auf dem Kamm, so dass es hinab zum Yukon rund 100 hm sind.

Es wurde ein toller sonniger Sonntag, in der Sonne waren es locker 20 Grad am Nachmittag und die kurzen Hosen und FlipFlops bei den Einheimischen waren im Einsatz.

Ich habe einen Radausflug zum Miles Canyon gemacht, eine Felsenge durch die sich der Yukon presst. Im großen Goldrausch vor 120 Jahren war dieser Canyon eine der schwierigsten Passagen für die Abenteurer auf dem Weg zum Klondike.

Später war ich im sehr sehenswerten Beringia-Museum, habe lecker und sehr gesund downtown gegessen und noch ein bisschen am Yukonufer gefaulenzt, bevor ich wieder hinauf nach Porter Creek geradelt bin.

Schöner Ausklang mit Chilkoot-Bier und einem Gläschen Whiskey in meinem homestay bei Kathryn.

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Heute nur ein paar Bilder 🇨🇦🚲

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