Category: 2024_Sommer-Tour – 5 Länder


88 km – Lhota – Tynec nad Labem / Gesamt-km: 148 km

Richtig tief und fest geschlafen – gegen 1/2 7 wecken mich die Vögel – Einpacken geht flüssig – mache mir einen gepflegten Espresso auf meinem kleinen Balkon.

Bis zur Elbe fahre ich 15 km auf gut befahrbaren Waldwegen um später auf dem Eurovelo 4 weiter Richtung Osten zu fahren.

Immer wieder komme ich dabei auf sehr schmale Uferwege – manchmal nur noch Treidelpfade – mit schlechtem Untergrund. Eigentlich ganz romantisch – halt nur mit dem schweren und ungefederten „Blauen Elefanten“ ziemlich ungemütlich.

Gegen Mittag esse ich in dem kleinen Städtchen Nymburk – das schöne Pfingstwetter hat die Restaurants und Lokale am Elbufer gut gefüllt.

Ich entscheide mich vorerst weiter der Elbe zu folgen und steuere in Tynec nad Labem einen Campingplatz an.

Ziemlich rustikal – vor allem die Dusche – ein kleines, gut besuchtes Restaurant sichert mein Abendessen – mit einem gepflegten tschechischen Bier und einem Becherovka höre ich mir das Pokalendspiel im Radio an.

Am 10.8. starte ich einen relativ spontanen Trip in Brno / CZ, der mich durch fünf bis sechs Länder führen soll. Ich habe maximal 15 Tage Zeit, dann will ich wieder in Goldbach sein

Orientiert am Eurovelo 9 geht es in grober Richtung nach Süden – Slowakei – Österreich – Ungarn – Slowenien – Kroatien – Italien und evtl. vorher noch ein Abstecher nach Serbien – mal sehen „wo der Wind mich hintreibt“.

Aktuell sortiere ich gerade mein Equipment – nachdem ich seit meiner Rückkehr im Juni 2023 vom Mississippi keine längere Tour mehr gefahren bin – erfordert das meine ganze Aufmerksamkeit. Der „Blaue Elefant“ ist einsatzbereit, auch wenn das in USA  getauschte Hinterrad und der Reifen nicht ganz meinem üblichen Standard entspricht. Für gute zwei Wochen in Europa sollte das auf jeden Fall funktionieren.

 

Gegen 17 Uhr geht mein Zug über Dresden / Prag nach Brünn. Dort startet morgen früh meine Sommer-Tour.

Der „Blaue Elefant“ steht bestens vorbereitet in der Garage.

Next step – Frankfurt —> Dresden

Pünktlich um Mitternacht bin ich in Dresden – jetzt gilt es drei Stunden zu überbrücken – um 3:00 Uhr geht mein Zug nach Prag.

Ich drehe eine Runde durch das mitternächtliche Dresden und trinke am Altmarkt ein entspanntes Bier in dieser lauen Sommernacht.

Dresden Hbf um 2 Uhr morgens

Um 5:30 Uhr bin ich in Prag am Hauptbahnhof – letzter Umstieg auf den EuroCity nach Budapest, der mich gegen 8 Uhr nach Brünn bringt.

Nach rund 16 Stunden Anreise steht erstmal „Frühstücken“ auf dem Plan – eine kleine Radrunde durch die Altstadt von Brno und dann kann es losgehen.

War heiß und anstrengend der erste Tag – habe um 15 Uhr Feierabend gemacht nach rund 50 km – musste zwischendurch auch mal ein Nickerchen machen – eine durchwachte Nacht steckt man im Alter doch nicht mehr so locker weg.

Schöner Zeltplatz am Thaya-Stausee – Vranovská přehrada – leider ohne Schatten auf der Zeltwiese – der Abend ist ja nicht mehr weit entfernt.

Nach ca. 8 Stunden Tiefschlaf starte ich in den neuen Tag. Ich genieße meinen ersten Espresso in morgendlicher Stille an diesem schönen See.

Die Einpackroutine ist noch etwas rostig – nach 15 Monaten. Gegen 7 Uhr sitze ich auf dem Rad.

Durch die Weinlandschaft entlang der Thaya fahre ich an Schloß Lednice vorbei. Später bietet ein längeres Waldstück Schatten auf dem Weg nach Breclav.

Pause im Kaffee Bulldog – ich verwerfe den Gedanken einen Abstecher in die Slowakei zu machen. Stattdessen folge ich jetzt der March nach Süden.

Habe es mir doch nochmal anders überlegt. Viele Tourenradler – so auch ich – sind auch Ländersammler.

Nachdem ich ein Stück auf der österreichischen Seite an der March gefahren war, bin ich bei Hohenburg auf die slowakische Seite gewechselt.

Der „Lawrence von Arabien-Look“ wurde von der Hitze eingefordert.

War ein echte Schinderei – rd. 30 km auf Naturwegen – ist mit dem beladenen „Elefanten“ ohne Federung, sehr anspruchsvoll.

Nachdem mich die Fähre wieder nach Österreich gebracht übernachte ich jetzt in Zwerndorf – ein kleines Dörfchen in den Marchniederungen.

Der Campingplatz ist eher ein „privater Garten“. Der Eigentümer ist sehr nett – Dusche exzellent sauber.

Drei auf einen Streich heute: Tschechien – Slowakei – Österreich

Ich hatte den ganzen Tag nichts Richtiges gegessen – was machst Du Montagabend in einem Dorf ? Zwei Wirtshäuser findet Google – eines öffnet am Mittwoch, das andere (2.5 km entfernt) bietet Essen nur auf telefonische Anmeldung an ? Bietet aber gleichzeitig keine TelNr. an ? Bin ich einfach hingefahren – Chefin sagt: heute geht garnichts (hartes Wochenende) Chef sagt: ich mach ihm was!!! Leckerer frisch gefangener Fisch aus dem angrenzenden See – zwei Gläschen Grüner Veltliner – alles perfekt. Danke Chef 🙏